Kämpfe im Irak : Auf tönernen Füßen

Der Kampf der irakischen Truppen gegen die Schiiten unter Al Sadr steht unter der Führung des Ministerpräsidenten al Maliki: Ein eindeutiges Symbol.

Das Symbol könnte nicht eindeutiger sein: Ministerpräsident al Maliki höchstpersönlich führt in Basra die irakischen Truppen an. Er ist in die Stadt gekommen, um sie der Kontrolle des Schiitenführers al Sadr, unter der sie faktisch steht, zu entreißen.

Als es vor einigen Tagen noch so aussah, als würde die Armee unter Führung Malikis den Kampf gegen die Milizen auch ohne Unterstützung der Amerikaner gewinnen, frohlockten Präsident Bush und der im Irak stationierte General Petraeus: Endlich stehe die irakische Regierung auf eigenen Füßen, endlich könne sie allein die Sicherheit im Lande garantieren.

Doch je mehr sich die Amerikaner wieder militärisch in diesen schiitischen Machtkampf zwischen Maliki und al Sadr einschalten (müssen), desto deutlicher wird, dass die Lage doch nicht so ist. Offenbar ist die irakische Armee durchaus noch auf die tatkräftige Unterstützung durch die US-Truppen angewiesen. Damit hätte sich die Symbolkraft der Kämpfe um Basra in ihr Gegenteil gewendet: Statt die militärische Autonomie der irakischen Armee unter Beweis zu stellen, führen sie die Notwendigkeit weiterer amerikanischer Präsenz im Land vor Augen. (mos)

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