Meinung : Kai aus der Kiste

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Wolfgang Clement ist kleinlaut geworden. Eigentlich sollte der Ausbildungspakt, auf den er sich mit der Wirtschaft vor drei Monaten verständigt hatte, jetzt greifen. Spätestens zu Beginn des Ausbildungsjahres am 1. Oktober. Doch bis dahin traut der Minister den Firmen nicht viel zu und hofft deshalb auf die so genannte Nachvermittlung: Die drei letzten Jahresmonate sollen es bringen. Nach dem Motto: Wenn der Pakt nicht richtig anläuft, dann verlängern wir die Laufzeit. Im Moment ist die Lehrstellenlücke um rund 10 000 Jugendliche größer als vor einem Jahr – und damals gab es keinen Pakt. Also, schlussfolgern die Gewerkschaften, ist der Pakt gescheitert. Die Industrie und Handelskammern dagegen reklamieren für sich, einige tausend Ausbildungsverträge mehr geschlossen zu haben als 2003. Das stimmt. Aber es sind nicht annähernd genug, um der Nachfrage gerecht zu werden. „Wir sind noch lange nicht am Ziel“, beschreibt Kammerpräsident Ludwig Georg Braun die Lage. Damit hat er den Punkt getroffen. In den kommenden Wochen wollen Verbände und Kammern ihre Werbung für mehr Ausbildung forcieren. Hoffentlich mit Erfolg. Denn sonst kommt die Ausbildungsumlage wieder aus der Kiste gesprungen. alf

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