Meinung : Kakofonie der Klänge

„Stoppt die Diktatur der Egoisten“

vom 11. Mai

Der Artikel greift zu kurz, wenn als ein Beispiel der traditionelle Handwerksbetrieb im Hinterhof genannt wird, der als Störenfried vom Mieter im Neubau nebenan vor Gericht gezerrt würde. Das Problem ist doch nicht singulär. Früher beendete der Tischler seine Arbeit am Nachmittag und in der Regel war danach und am Wochenende Ruhe im Betrieb. Heute muss man sich jedoch mit einer 24-Stunden-Rundumbeschallung unterschiedlichster Herkunft auseinandersetzen. Es fängt schon morgens in Bus und Bahnen mit unzähligen Kopfhören an, die zusammen eine Kakofonie der Klänge erzeugen, geht dann über lautstark geführte Handygespräche weiter und endet beim nächtlichen Szeneleben in den hippen Wohngegenden, am liebsten umsonst und draußen. Nach meinen Beobachtungen sind das gern diejenigen, bei denen in der Regel nicht der Wecker täglich um 5.30 Uhr klingelt. Ist es dann so verwunderlich, dass der Körper einfach mal nach Ruhe schreit? Rücksichtnahme und Toleranz gehören zusammen und ergänzen sich wunderbar, wenn beide Seiten es auch möchten!

Thomas Lubosch, Berlin-Rosenthal

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