Meinung : Kampf gegen Terror: Das Ende des Kreuzzugs

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Zum Thema Online Spezial: Kampf gegen Terror
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Fotos: Die Ereignisse seit dem 11. September in Bildern Der amerikanische Verteidigungsminister ist nicht zu beneiden: Beharrlich klopft Donald Rumsfeld auf seiner Nahost-Tour bei arabischen Regierungen an, sucht Unterstützung für einen Militärschlag gegen Osama bin Laden und die Taliban. Doch ob in Ägypten oder Saudi Arabien - überall zeigt man ihm höflich die kalte Schulter. Kampf gegen den Terror ja, Militärkooperation nein, auf diese Linie scheinen sich die arabischen Staaten geeinigt zu haben. Selbst die eigenen Militärbasen in Saudi Arabien sollen die Amerikaner nur für die Koordination ihrer Aktionen nutzen dürfen - direkte Angriffe von ihrem Gebiet auf ein muslimisches Land wollen die Saudis nicht dulden. Verglichen mit dieser Reserviertheit alter Verbündeter bezieht Pakistan erstaunlich deutlich Position: Die Beweise, die die USA für eine Verstrickung bin Ladens in die Terror-Anschläge vorlegten, reichten für einen Gerichtsprozess aus, heißt es aus Islamabad. Unbeirrt von Demonstrationen fundamentalistischer Moslems setzt Militärmachthaber Pervez Musharraf seinen Kurs fort. Für die Amerikaner ist die positive Reaktion doppelt wichtig: Einmal brauchen sie Pakistan als Überfluggebiet für Angriffe. Viel wichtiger aber: Dass nun auch ein muslimisches Regime die Beweise der USA für stichfest erachtete, beugt dem Eindruck in muslimischen Ländern vor, der Westen führe einen ideologisch motivierten Kreuzzug gegen den Islam.

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