Meinung : Kampf und Krampf

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Zu den Kunststücken, deren Ausgang nur zu genau vorhersehbar ist, gehört der Eiertanz in Militärstiefeln. Die große Koalition versucht sich trotzdem gerade darin. Sie will „Tornado“-Aufklärungsflugzeuge nach Afghanistan schicken, aber nicht so richtig aussprechen, was die da machen sollen. Dabei ist es ganz einfach. Die Soldaten im Cockpit sollen aus der Vogelperspektive möglichst viele Taliban aufspüren und damit dafür sorgen, dass andere Soldaten am Boden den selbst ernannten Gotteskriegern das Handwerk legen können. So etwas nennt man gemeinhin „Kampf“. Aber dann soll man es auch so bezeichnen. Wer das nicht hören mag oder falsch findet – sei er in der Opposition oder der Koalition –, soll den Einsatz ablehnen. Jeder Versuch der Regierungskoalition aber, sich auf feinsinnige Unterscheidungen zwischen Sicherheit für die Schutztruppe Isaf und Hilfe für die Kampftruppe der „Operation Enduring Freedom“ einzulassen, führt in ein politisches Desaster. Wie nennen wir es denn, wenn demnächst deutsche Luftbilder US-Bombern dabei geholfen haben, bewaffnete Attentäter von unschuldigen Zivilisten zu unterscheiden und die Attentäter zu bombardieren? Das war dann ein humanitäres Engagement? Verteidigungsminister Jung hat den deutschen Libanoneinsatz einmal als „Kampfeinsatz“ bezeichnet. Das hat ihm Kritik eingetragen. Er hatte damals aber recht. Und er hätte heute wieder recht. bib

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