Kanzlerkandidat : Steinbrück, der Herrenwitz der SPD

Peer Steinbrück bläst die Backen auf – damit ruiniert er die Chancen der Opposition. Denn gerade bei Wählerinnen kommt das nicht gut an.

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Peer Steinbrück bei seinem Auftritt in der Günther-Jauch-Sendung.
Peer Steinbrück bei seinem Auftritt in der Günther-Jauch-Sendung.Foto: dpa

Erstaunlich, wie übergangslos Peer Steinbrück, kaum als Kandidat akklamiert, in die Rolle des Messias geschlüpft ist. Oder geschlüpft wurde. Aus einem, der noch keine Wahl gewonnen hat, ist der Heiland der Sozialdemokratie geworden. Okay, ein paar Probleme mit seiner Vergangenheit als Bankenfreund, die ihn als Bankenschreck unglaubwürdig macht, sein Bekenntnis zu Rot-Grün, das denen sauer aufstoßen mag, die ihn als Grünen-Fresser kannten. Aber sonst? Einer mit Bühnenpräsenz, um keinen Spruch verlegen, einer, der Wirtschaft kann – oh ja! – und Kanzler folglich erst recht. Hochintelligent noch dazu. Kurz: ein echter Kerl, der geborene Herausforderer.

Die Karriere Steinbrücks
Aber auch mit seinem Hobby gerät der Politiker dieses Jahr in die Schlagzeilen. Für ein privates Schachturnier hatte er 2006 als Bundesfinanzminister für Spendengelder in Millionenhöhe geworben. Auch wenn diese damals nicht gewährt wurden, sahen viele Kritiker einen Amtsmissbrauch in diesem Vorgehen.Weitere Bilder anzeigen
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02.10.2012 15:15Aber auch mit seinem Hobby gerät der Politiker dieses Jahr in die Schlagzeilen. Für ein privates Schachturnier hatte er 2006 als...

Nur wessen Herausforderer? Angela Merkel jedenfalls kann sich beruhigt zurücklehnen; besser hätte es für sie nicht laufen können. Nicht nur, dass Steinbrück sich um Kopf und Kragen redet – von jener „Beinfreiheit“, die er für sich fordert, bis zu den abgeschnittenen Hosenbeinen, die ihm ein Karikaturist bereits angemalt hat, ist es schließlich nur eine Metapher weit. Schon die Umstände von Steinbrücks Kür hätten zu denken geben müssen.

Monatelang präsentierte sich die älteste deutsche Partei als urälteste, mit rein männlicher Dreierspitze, die, weil es in den Parteistatuten dafür keinen Begriff zu geben scheint, euphemistisch „Troika“ getauft wurde. Nicht nur das war nicht mal einen kleinen Aufreger wert – der Beschluss zur 40-Prozent-Frauenquote ist schließlich ein langes Vierteljahrhundert her.

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