Meinung : Karriere oder Kinder

FRAUEN VERDIENEN WENIGER ALS MÄNNER

-

Simone de Beauvoir würde sich im Grabe umdrehen: Die deutschen vollzeitbeschäftigten angestellten Frauen verdienten 2003 immer noch rund 30 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Zum Vergleich: 1980 war der Unterschied nur um acht Prozentpunkte größer. Es hat sich also nicht sehr viel getan in den vergangenen 20 Jahren, was die Gleichberechtigung von Frauen im Berufsleben angeht. Daran sind die Frauen zum Teil auch selbst schuld. Selbst qualifizierte Frauen sträuben sich oft dagegen, Verantwortung zu übernehmen, und so in die höheren Gehaltsklassen zu rutschen. Außerdem sind Frauen viel zurückhaltender, wenn es um die Verhandlungen von Gehaltserhöhungen geht. Aber was noch viel wichtiger ist: Frauen unterbrechen ihr Erwerbsleben oft mehrmals, um Kinder zu bekommen – und sie anschließend zu betreuen. In einem Land, in dem Ganztagsschulen die Ausnahme sind und ein Platz in der Kindertagesstätte eine Rarität, ist das kein Wunder. Deutsche Frauen stehen meist immer noch vor der Wahl: Karriere oder Kinder. Genau hier muss sich etwas ändern. RotGrün will den Kommunen und Ländern 1,5 Milliarden Euro für die Kleinkinderbetreuung zur Verfügung stellen – das ist nur ein Anfang. fw

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben