Meinung : Kein Anschluss unter dieser Verwendung

Berichterstattung zu Schlecker

Es gibt ordnungspolitische Argumente gegen eine Transfergesellschaft für die Schlecker-Mitarbeiterinnen und sozialpolitische dafür.

Es gibt weder ordnungspolitische noch sozialpolitische Argumente für die weiter bewilligten drei Mitarbeiter und Büroräume für den arbeitslosen Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff. Insofern legt die Regierungskoalition und insbesondere die FDP unterschiedliche Maßstäbe an, je nachdem wer von staatlichen Steuergeldern profitiert.

Prof. Dr. Frank Wätzold,

Berlin-Zehlendorf

Herr Rösler: „Es gelte für die Beschäftigten ... vornehmlich Frauen, einzelne Mütter und ältere Frauen, schnellstmöglich eine Anschlussverwendung selber zu finden“. Dieser Sprachgebrauch, sollte er von Ihnen korrekt wiedergegeben worden sein, erinnert mich fatal an Victor Klemperers LTI – Die Sprache des Dritten Reiches.

Wenn ich das Wort: Anschlussverwendung lese, denke ich spontan an einen Rüstungsbürokraten, der Zwangsarbeiter zu einer Anschlussverwendung in ein anderes Lager überweisen lässt.

Diese Sprachformulierung scheint mir so endgültig die geistige Haltung einiger Mitglieder dieser Partei in erschreckender Offenheit wiederzugeben. Sollte die FDP die nächsten Landtagswahlen ebenso grandios verlieren, sollte sich Herr Rösler ebenfalls schnellstmöglich nach einer Anschlussverwendung umsehen.

Benno Radke, Berlin-Köpenick

Mit Erstaunen habe ich die Äußerung von Herrn Rösler gelesen. Dieser menschenverachtende Begriff der „Anschlussverwendung“ zeigt, wie sehr sich Herr Rösler von seinen „Kunden“ und „Geldgebern“ entfernt hat. Die Schlecker-Mitarbeiterinnen sind keine Gegenstände, die man einer „Anschlussverwendung“ zuführen kann, sie sind seine Wählerinnen, wenn überhaupt, und damit seine Kunden, um die er werben muss. Sie sind aber die Steuerzahler und damit seine Geldgeber, die einen wesentlichen Beitrag zu seinem „Gehalt“ und zu seinem Budget beitragen.

Es ist sicher angenehmer, „dahinsiechenden“ Banken das Geld hinterherzuwerfen und sich dann noch von ihnen auf Banketten hofieren zu lassen, als sich den aufgebrachten Wählern zu stellen. Wer aber seinen Kunden und Geldgebern so dreist ins Gesicht schlägt, darf sich nicht wundern, dass er dafür die Quittung bekommt.

Olaf Heimburger, Berlin-Heiligensee

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