Meinung : Kein gutes Programm

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Arme, arme Politiker. Jetzt sollen sie auch ihre Nebentätigkeiten in den Gremien des öffentlichrechtlichen Rundfunks aufgeben. Dies fordert NDR-Intendant Jobst Plog. Er sieht ungebührlichen Einfluss auf Personen und Posten und damit aufs Programm. In den Gremien sitzen beileibe nicht nur Parteienvertreter, sondern Vertreter aller gesellschaftlich relevanten Gruppen, von Sport bis Wirtschaft, von Religionsgemeinschaften bis Elternverbänden. Sind das die Guten, und die Politiker sind die Bösen? Wahr ist, dass die Parteienvertreter in den Gremien den Ton angeben, auch wenn sie nicht die Mehrheit der Mitglieder stellen. Die Politiker sind nur so stark, weil die anderen so schwach sind. Die Qualität der Gremienarbeit steigt überhaupt nicht an, wenn statt der Politiker mehr Landwirte, Vertriebene, Gewerkschafter, IHKler und Handwerker die Sessel besetzen. Ungewollt beschädigt Plog die öffentlich-rechtlichen Sender. Er tut nachgerade so, als müssten und würden ARD und ZDF Parteiprogramme ausstrahlen, CDU-Christiansen und SPD-Illner. Die Konkurrenz untereinander, mit den Privaten und den übrigen Medien hat doch längst einen anderen Kontrollrat an die Macht gebracht: die Quote. ARD und ZDF sind nicht trotz der Parteienvertreter so erfolgreich. Wer den Rückzug der Politiker aus den Rundfunkräten fordert, sollte gleich das Maximale fordern: Politiker, zieht euch aus der Politik zurück! jbh

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