Meinung : Kein Persilschein

„Täterin vom Dienst“ vom 19. Mai

Die aufschlussreiche Reportage von

David Ensikat führt zum Dauerthema: Verstrickungen mit der Stasi und kein Ende. Ob es eine gute Idee von Jana D. war, ein Buch über ihre Tätigkeit als IM zu verfassen? Ich bezweifele das.

Als 20-jährige DDR-Bürgerin wusste sie, worauf sie sich einließ, als sie ihre Unterschrift zur Stasi-Mitarbeit gab! Kollegen, Nachbarn, Freunde denunzieren, belanglose Berichte schreiben und dafür die scheinbaren Vorteile im „Nischen-Sozialismus“ genießen – wie trostlos muss das gewesen sein?

Wenn Jana D. ihre Story als eine Art Schuldbekenntnis und „Täter-Reue“ verkaufen will, ist die Empörung und Wut der Opfer nur allzu verständlich. Einen Persilschein für ihre „Horch-und Schreibdienste“ wird ihr niemand mehr ausstellen.

Siegfried Uhl, Berlin-Charlottenburg

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben