Kein Schuldbekenntnis : Jetzt ist die S-Bahn auch noch Schweigebahn

Bahnchef Rüdiger Grube hätte am Montag die Chance gehabt, mit einem klaren Eingeständnis für die tief in der Krise steckende S-Bahn zu punkten. Nichts davon war zu hören.

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Jetzt ist die S-Bahn auch noch eine Schweigebahn. Bahnchef Rüdiger Grube hätte am Montag die Chance gehabt, für die tief in der Krise steckende S-Bahn zu punkten. Mit einem klaren Eingeständnis, dass auch der Sparkurs der Bahn zur Misere beigetragen hat und noch wichtiger, dass diese überzogenen Renditeerwartungen aufgegeben werden – für immer und ewig. Nichts davon war zu hören. Stattdessen schob Grube die Verantwortung für die pannengeplagten Züge dem Hersteller Bombardier zu. Dass in dessen Werken nur gebaut wird, was die Bahn verlangt – und vorgegeben – hat, verschwieg der Bahnchef. Und wenn er jetzt verspricht, bei der Lösung der Probleme stehe nicht die Frage des Geldes im Vordergrund, ist das selbstverständlich. Schade, dass Grube immer noch meint, dies besonders betonen zu müssen. Geschwiegen hat er leider auch bei der Frage, wie die Fahrgäste für das neuerliche Chaos in diesem Winter entschädigt werden. Dass er nicht mehr dazu sagen könne, weil es noch Abstimmungen mit der BVG geben müsse, überzeugt nicht. Es ist die Bahn allein, die festlegt, wie die Fahrgäste entschädigt werden sollen. Schweigen bringt hier nichts voran. Und Klartext reden muss Grube jetzt ganz schnell. Damit aus der S-Bahn doch wieder eine Schnellbahn wird. kt

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