Meinung : Kein Vergleich

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Schwere Zeiten sind der SPD nicht fremd. Anfangs musste sie quasi in den Untergrund abtauchen, als Bismarck den gefürchteten preußischen Staatsapparat gegen diejenigen in Gang setzte, die er als Wegbereiter einer ArbeiterRevolution betrachtete. Ein halbes Jahrhundert später verschwand die Partei unter den Nazis ganz; ihre Spitzenpolitiker wichen ins Exil aus oder wurden in Konzentrationslagern interniert. Die derzeitigen Schwierigkeiten von Bundeskanzler Gerhard Schröder, der die Parteimitglieder von der Notwendigkeit sozialer und arbeitsrechtlicher Reformen überzeugen muss, können sicher nicht mit diesen Kämpfen der Vergangenheit verglichen werden. Aber sie markieren einen Wendepunkt. Für den Kanzler, dem am 1. Juni die entscheidende Parteiversammlung bevorsteht, ist die Bereitschaft der SPD, zu akzeptieren, dass der Sozialstaat und die Arbeitsmarktbestimmungen mit der Zeit gehen müssen, ein Test ihrer Regierungsfähigkeit.

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