Meinung : Keine ABM

-

Allergisch reagieren die ostdeutschen Ministerpräsidenten darauf, dass ausgerechnet westdeutsche Beamte bei der Einführung des neuen Arbeitslosengelds II helfen sollen. „Unerträglich und geschmacklos“ sei das, schimpft der Thüringer Althaus. Ein bisschen weniger Hysterie wäre angemessen. Warum soll es verkehrt sein, wenn die Bundesagentur für Arbeit 3000 Beamte anheuert, die früher mal für die Telekom gearbeitet haben und jetzt über deren Auffanggesellschaft Vivento für befristete Aufträge verliehen werden? Besser, als dass diese Beamten tatenlos zu Hause sitzen – bei vollen Bezügen. Althaus beklagt, dass die Beamten mit hohen Sondervergünstigungen in die neuen Länder gelockt würden. Dieser Vorwurf ist populistisch. Zwar erhalten Beamte, die weit weg von ihrem Wohnort eingesetzt werden, eine einmalige Prämie in Höhe von 5000 Euro. Dass dies nun zum großen Teil die Mitarbeiter sind, die in den Osten gehen, hängt mehr mit der Geschichte der Telekom zusammen als mit einer neuen OstWest-Spaltung. In den neuen Bundesländern hat die Telekom nie ein flächendeckendes Netz an Beamten beschäftigt. Die Ministerpräsidenten argumentieren, es gebe auch im Osten qualifizierte Arbeitslose. Mit Sicherheit. Aber nicht jeder Mechaniker ohne Job ist geeignet, ab sofort sensible Daten für die Bundesagentur einzugeben. Dafür Beamte einzusetzen, ist kein schlechter Weg. ce

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben