Meinung : Keine Angst vor Hamas

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Vielleicht war es ja der Tod von Jusra al Asami, der Hamas den Sieg bei der zweiten Runde der palästinensischen Kommunalwahlen gekostet hat. Die junge Palästinenserin war am 10. April von selbst ernannten Sittenwächtern der Hamas am Strand von Gaza im Auto ihres Verlobten überrascht und dann getötet worden. Das war sogar der panarabischen Zeitung „Al Hayat“ in London einen aufgebrachten Kommentar wert – und es hat den Palästinensern deutlich gemacht, was für einen Staat und was für eine Gesellschaft die Islamisten eigentlich wollen. In den Jahren der TerrorIntifada waren die Palästinenser so auf den Feind Israel fixiert, dass sich die Hamas-Kämpfer viele Sympathien erwarben. Nun, da eine Mehrheit der Palästinenser wieder auf Verhandlungen setzt, sind die „Märtyrer“ nicht mehr so gefragt. Dass die Fatah-Bewegung nicht die befürchtete Niederlage kassierte, liegt auch daran, dass es Präsident Mahmud Abbas zumindest teilweise gelungen ist, die jüngere Generation in Verantwortung zu bringen. Zwar muss Abbas noch einiges tun, um die Fatah-Bewegung vom Geruch der Korruption zu befreien, die das Markenzeichen der Ära Arafat war. Und in den letzten Tagen hatte auch so mancher Politiker aus dem Abbas-Lager für eine Verlegung der für Juli geplanten Parlamentswahlen plädiert. So viel Angst vor einem Sieg der Hamas muss die Fatah jetzt allerdings nicht mehr haben. clw

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