Kettenreaktion : So was kommt von so was

Kettenreaktionen gehören auf den Index. Sie können gefährlich sein, und dazu muss man nicht einmal die Kettenreaktion von Talkshows bemühen.

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Helmut Schümann Foto: Kai-Uwe Heinrich
Helmut SchümannFoto: Kai-Uwe Heinrich

Kettenreaktionen sind ein Fluch der Menschheit. Gestern erst wieder: Nach der Fahrradfahrt vom Rad gestiegen. Dabei auf ein Blatt getreten, unter dem sich ein Kaugummi verborgen hatte. Danach der Versuch, daheim an der Spüle diese ekelhafte, speichelgetränkte, widerwärtige Masse mit einem Messer vom Absatz zu lösen, diese zähe Arbeit, bei der man immer abrutscht. Dabei am Ende abgerutscht und die Rotweinflasche, die auf der Arbeitsplatte neben der Spüle stand, auf den Boden gefegt. Wo sie zerbarst, wo sich der Rotwein auf dem Küchenboden ergoss, verklebt mit tausenden Splittern. Die Aufräumarbeiten torpedierten die Pünktlichkeit bei der Verabredung. Beziehungsdrama. Gibt es eigentlich noch Zuchthäuser? Das Ausspucken eines Kaugummis auf der Straße sollte mit sechs Monaten Zuchthaus bei Wasser und Brot geahndet werden. Aber ohne Wasser, dafür mit Kaugummi, damit diesen nichtsnutzigen Hundsfotte die Spucke wegbleibt und sie nie mehr, nie, nie, eine solche Kettenreaktion auslösen. Statt eines Bürgerbegehrens für das absolute Rauchverbot muss ein Bürgerbegehren gegen die Kaugummispucker her.

Kettenreaktionen gehören auf den Index. Sie können gefährlich sein, und dazu muss man nicht einmal die Kettenreaktion von Talkshows bemühen, die TS mit seinem unsäglichen …, Schluss damit, kein Wort mehr zu dem.

Eine Ordensfrau aus Brügge hat nun erfahren, wie gefährlich es ist, wenn so was von so was kommt. Die Schwester gilt als neugierig. Sie hatte Zahnschmerzen. Dann ging sie zum Arzt. Dann wartete sie. Dann wurde ihr die Wartezeit zu lang. Dann wurde sie neugierig und verkürzte sich die Wartezeit mit einem Rundgang durch die zahnärztliche Wohnung. Dann stürzte sie die Kellertreppe hinunter. Die Erfahrung hat ihr nichts mehr genützt. Sie ist jetzt bei ihrem Schöpfer.

Kettenreaktionen können auch, man hat das gerade erlebt, brandgefährlich sein. Der Mann hatte nur eine Runde Golf spielen wollen. In Irvine, Kalifornien. Er stand beim Abschlag. Er holte aus mit seinem Driver, wohl einem schweren Eisen. Das Eisen knallte gegen einen Felsen. Das Eisen und der Fels ließen Funken sprühen. Der Funken sprang über. Aus dem Funken wurde ein Feuer. Das Feuer zerstörte vier Hektar Land. 150 Feuerwehrleute mussten anrücken und löschen. Oder: Wenn der Hund nicht gemacht hätte, wäre man auch nicht reingetreten. Das gilt im Übrigen auch für TS und andere Brandstifter.

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