Kinder in Obhut : Vater und Mutter Staat

Die gute Nachricht ist: Deutsche Jugendämter sind doch nicht so träge wie oft behauptet. Die schlechte Nachricht ist: Sie können es angesichts der massiven Probleme auch gar nicht mehr sein.

Sandra Dassler

In diesem Land ein Kind großzuziehen, scheint immer mehr Eltern vor unlösbare Probleme zu stellen. Fast 30 000 Kinder mussten im vergangenen Jahr in staatliche Obhut genommen werden, weil sie zu Hause vernachlässigt, geschlagen, missbraucht, gequält wurden. Eigentlich muss man auch jene mitzählen, die irgendwann selber schlagen oder kriminell werden. Dass viel mehr Eltern als früher aus verschiedenen Gründen als Erzieher ausfallen, ist inzwischen unbestritten. Dass der Staat darauf angemessen reagiert, wird oft behauptet, darf aber bezweifelt werden. Sonst könnte es nicht geschehen, dass in Brandenburg ein Kind nach richterlicher Überzeugung aus der Familie genommen werden muss, der Landkreis aber kein Geld für einen Heimplatz hat. Sonst könnte es nicht geschehen, dass Therapien und Betreuung junger Menschen aus Finanznot ausfallen. Und schon gar nicht, dass Jugend- oder Familienrichter nicht nach den Notwendigkeiten urteilen, sondern nach der Kassenlage der jeweiligen Kommunen. das

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