Kinderlosigkeit : Wenn die Zeit fehlt

Warum keine Kinder geboren werden, wissen wir. Was getan werden muss, auch.

Cordula Eubel

Immer mehr Frauen entscheiden sich in Deutschland gegen Kinder. Von den 40- bis 44-jährigen ist jede fünfte kinderlos, wie eine Erhebung des Statistischen Bundesamts zeigt. Im Westen ist die Kinderlosigkeit höher als im Osten, bei Akademikerinnen ausgeprägter als bei Frauen mit geringerem Bildungsabschluss. Die Gründe sind bekannt: Frauen schieben ihren Kinderwunsch hinaus, weil sie nach dem Studium erst einmal den Berufseinstieg schaffen wollen. Familie und Beruf zu vereinen, ist vor allem in Westdeutschland schwierig, wo es immer noch nicht genügend Kinderbetreuungsplätze gibt. Und die Arbeitswelt ist nicht genügend darauf eingestellt, dass junge Familien mehr zeitliche Flexibilität brauchen. Keine Daten liefern die Statistiker zur Kinderlosigkeit der Männer. Dabei zeigen Untersuchungen, dass diese sich ebenso häufig gegen Kinder entscheiden. Viele wollen erst dann eine Familie gründen, wenn sie mit ihrem Einkommen die Familie absichern können. Die Antwort haben Wissenschaftler mehrfach gegeben: Familienpolitik muss ein Mix sein aus gezielter finanzieller Unterstützung, einer ausreichenden Infrastruktur und einer modernen Zeitpolitik. ce

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