Kindertagesstätten : Sind so große Wünsche

Das Volksbegehren für die Kitas mobilisiert mehr Menschen als die Rettung Tempelhofs. Doch das Thema sollte nicht nur Eltern interessieren.

Die Zahl verblüfft: Mehr als 66 000 Unterschriften haben Berliner Eltern mit ihrer Initiative für eine bessere Ausstattung der Kindertagesstätten in der ersten Stufe des Volksbegehrens vorgelegt. Das sind dreimal so viele, wie nötig waren – und doppelt so viele, wie sie die Tempelhof-Retter sammelten. Die Zahl macht deutlich, wie wichtig Müttern und Vätern die Zukunft der rund 107 000 Kita-Kinder ist. Doch es sollte ein Anliegen aller Berliner sein, denn diese Mädchen und Jungen bestimmen künftig die Geschicke der Stadt. 96 Millionen Euro Investitionen in bessere Bildungschancen mögen utopisch klingen, manch Politiker verschränkt da die Arme vor der Brust und verweist auf die Bertelsmann-Studie, die Berlins Kitas gute Noten gab. Richtig, keine Stadt investiert mehr Geld in frühkindliche Bildung. Doch das reicht nicht. Nirgendwo sonst werden so viele Kinder bei Alleinerziehenden groß und wachsen in statistisch armen Familien auf. Bereits die Hälfte aller Kleinkinder lebt in Einwandererfamilien – sie müssen noch besser gefördert werden. Arbeitslose müssen für ihre Kinder endlich Anspruch auf einen Ganztagsplatz haben. Viele fordern vieles in dieser Stadt. Den Kita-Appell sollte man bitterernst nehmen. kög

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