Kiosk : Frankreich debattiert über den Abdruck von Mohammed-Karikaturen

Deutschland ist nicht allein mit seiner Debatte über den richtigen Umgang mit Religionssatire. Auch in Frankreich schlagen die Wellen hoch. Eine Presseschau.

Wie Deutschland debattiert auch Frankreich über den richtigen Umgang mit Satire und Polemik gegen Religionen. Anlass ist der Abdruck von Mohammed-Karikaturen im Satire-Blatt „Charlie Hebdo“.
Die Zeitung „Le Monde“ meint zu diesem Thema:

„Wir leben in einer laizistischen Demokratie, in der die Meinungs- und Pressefreiheit – unter Einhaltung des Rechts – eine grundlegende, sozusagen existenzielle Regel ist. Diesem Grundsatz darf keinerlei höhere Regel gegenübergestellt werden, auch keine religiöse Regel. Dies gilt in Frankreich, in Europa und sogar in den USA, obwohl Amerika nicht gerade zu den am wenigsten religiösen Ländern gehört. Religionen sind achtenswerte Denk- und Glaubenssysteme, doch sie können frei analysiert, kritisiert und sogar lächerlich gemacht werden.“

Die Zeitung „Libération“, die ebenfalls in Paris erscheint, meint dazu:

„Sicherlich werden Muslime gegen „Charlie Hebdo“ und den islamfeindlichen Film demonstrieren. Nicht alle, aber einige sind Salafisten aus Frankreich, Mitglieder einer Gemeinschaft der zweiten oder dritten Generation von Auswanderern und Bekehrten. War es nötig, diese Demonstrationen wegen einer möglichen Gefährdung der öffentlichen Ordnung zu verbieten? Die Meinungsfreiheit, dumme und böse Karikaturen von Mohammed zu veröffentlichen, ist ebenso unantastbar wie die Freiheit, einen schmutzigen islamfeindlichen Film zu verbreiten“

Die konservative Tageszeitung „Le Figaro“ kommentiert:

„Frankreich hat nun seit 30 Jahren mit diesen Frömmlern Allahs zu tun, die entweder aus dem Ausland kamen oder hier geboren wurden. Einige von ihnen lehnen entschieden unsere nichtreligiösen und republikanischen Grundsätze ab. Vom Halal-Menü in den Schulen bis hin zum Ganzkörperschleier: Die Liste ihrer Forderungen ist lang. Wir dürfen auf ihre Einschüchterungsversuche nicht mit dummen Provokationen reagieren. Karikaturen von Mohammed zu veröffentlichen, ist unverantwortlich. Doch wir haben die Pflicht,energisch zu reagieren. Frankreich darf sich nicht auf die Füße treten lassen.“ Tsp

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