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In einem Interview mit der spanischen Zeitung schließt

der griechische Ministerpräsident Papandreou

eine Zahlungsunfähigkeit seines Landes aus: „Wir haben entschieden, die Kredite zurückzuzahlen, die wir angefordert haben.“ Papandreou sagte, mit Deutschland gebe es Verstimmungen über die Kosten der Hilfe für sein Land und über die nötigen Sparmaßnahmen. Das Verhältnis sei nicht irreparabel beschädigt, aber für Unmut bei seinen Landsleuten sorgten „Vorurteile und Klischees“. Bei der Bewältigung der Schuldenkrise setzt er weiter auf die Europäische Union.

aus London schreibt zu Reformvorhaben der neuen britischen Regierung: Die Streichung von Steuernachlässen für Ehepaare und Vergünstigungen bei der Erbschaftssteuer werden dem Premierminister keine schlaflosen Nächte bereiten. Wir dürfen nicht vergessen, dass dies erst das Vorspiel ist. Viel größere Schnitte stehen uns bevor. Dies wird für den Liberaldemokraten Nick Clegg besonders schwierig. Überzeugte Tory-Wähler lassen sich normalerweise durch Sparmaßnahmen nicht erschüttern, ja sie könnten sie sogar begrüßen. Das gilt allerdings nicht für die Liberaldemokraten. Ihre Partei war so lange fern der Macht, dass die Parteiführer sich niemals Gedanken über Einsparungen machen mussten. Dies wird sich nun ändern. Sobald die Schnitte wirklich schmerzen, dürften Differenzen zwischen den Koalitionspartnern aufbrechen.

aus Paris schreibt zum Zeitalter gegenseitiger Abhängigkeit: Die Globalisierung hat das Konzept der ersten Weltmacht und die Block-Theorie infrage gestellt. Die Amerikaner wissen, dass sie allein gegen die Taliban nichts ausrichten können. Die Krise hat dazu geführt, die Kriegslast gemeinsam zu teilen. Mit der gleichen Begründung versucht Washington, Peking und Moskau in der Machtprobe mit dem Regime in Teheran auf seine Seite zu ziehen, was vor einigen Jahren noch unvorstellbar schien. Der Wirtschaftsriese China ist gezwungen, sich zu öffnen. Wirtschaftlich sind China und die USA voneinander abhängig. Aber nicht nur. China hat begriffen, dass der Erhalt seines neuen Status eine Zusammenarbeit in allen Angelegenheiten dieser Welt erfordert. In diesem Kontext bleibt Europa nichts anderes übrig, als politisch enger zusammenzurücken, wenn es überleben will.

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