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Die rechtsliberale dänische Tageszeitung meint zum Rücktritt vom Bundespräsident Horst Köhler:

„Deutschlands Glück mit seinen Bundeskanzlern wird vielleicht nur noch übertroffen vom Glück mit den Präsidenten. Alle haben sie das schwierige deutsche Erbe in der Nachkriegszeit zu verwalten gewusst. (…) Horst Köhler hat sich auf das Schönste eingefügt in diese diskret gepflegte Tradition. Auch er fand die richtigen Worte. (…) Alles deutet darauf hin, dass er selbst das Amt einfach satt hatte. Für Angela Merkel kommt der Rücktritt zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.“

Zum gleichen Thema schreibt die Wiener Zeitung: „In Deutschland ist das Rücktrittsvirus ausgebrochen. Innerhalb weniger Wochen zog sich ein Spitzenrepräsentant nach dem anderen aus dem öffentlichen Leben zurück. (…) Am Montag jedoch wurde die Rücktrittskultur um eine exzentrische Facette bereichert. Ausgerechnet das Staatsoberhaupt beging Harakiri auf offener Bühne. Es war der sinnloseste Rücktritt der jüngeren Vergangenheit. (…) Es heißt nun, Köhler sei zu dünnhäutig für die Politik gewesen. Das wird so sein. Andererseits muss man sich fragen, ob eine Gesellschaft von Menschen regiert werden will, die sich eine so dicke Haut zugelegt haben, dass sie gar nichts mehr spüren.“

Die Bremer Zeitung kritisiert die schnelle Suche nach einem Nachfolger für Horst Köhler: „Die Beliebigkeit, mit der Kandidaten-Namen gekräht werden, ist erschütternd: amtsmüde und ehemalige Ministerpräsidenten, eine gestrauchelte Bischöfin, beschäftigungslose Ex-Minister, erfolglose Kanzlerkandidaten. Oder – wieder allein aus machtpolitischen Erwägungen – eine erfolgreiche Ministerin, die viel zu jung ist, um sich auf ein Amt zurückzuziehen, in dem sie keinerlei Gestaltungsmöglichkeiten mehr hätte. Warum nicht lieber gleich Günther Jauch, Franz Beckenbauer oder Mutter Beimer aus der Lindenstraße Aber die schaffen es ja bestenfalls in die Bundesversammlung, jenes kuriose Mega-Gremium, von dem das Oberhaupt aller Deutschen gewählt wird – mit dem vermessenen Anspruch, einen Querschnitt der Bevölkerung zu repräsentieren.“

aus Mailand sieht US-Präsident Obama durch die Ereignisse in Nahost in Schwierigkeiten: „Obama muss ein Garant der Beziehungen zu Israel sein und gleichzeitig versuchen, das Profil eines Vermittlers zu behalten. (…) Die neue Doktrin der USA zielt darauf ab, den Konsens in Krisenregionen zu verbreitern und dazu braucht sie auch Länder wie die Türkei, die in der Lage sind, Brücken zu bauen. In den letzten Tagen haben sich die Türken jedoch auf die andere Seite der Barrikade begeben.“

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