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aus London schreibt zur Ölkatastrophe im Golf von Mexiko:

Unter der Herrschaft des früheren Chefs Lord Browne standen die Initialen BP für „Beyond Petroleum“ („Über das Öl hinaus“). Aber weit davon entfernt, in eine schöne neue Welt der erneuerbaren Energien einzutreten, hat das Unternehmen einfach weitergemacht, an immer schwierigeren und gefährlicheren Orten auf die Jagd nach Öl und Gas zu gehen. Hellsichtige Investoren haben schon lange darauf hingewiesen, dass dies eine Strategie mit hohem Risiko ist, und als das hat sie sich nun herausgestellt. Umweltschutz wird zu oft zum Nebenschauplatz. Das muss aufhören. Wir können die Notwendigkeit, das Öl hinter uns zu lassen, nicht mehr ignorieren.

aus Madrid widmet sich der Frage, ob es in Ungarn zu einem Staatsbankrott kommen kann: Im Osten Europas deutet sich ein neuer Finanzunfall an, der die europäischen Märkte noch mehr zu schwächen droht. Obwohl Ungarn nicht zur Eurogruppe gehört und in der Wirtschaft der EU ein relativ geringes Gewicht hat, ging sofort ein Schaudern durch die Märkte. Der Fall Ungarns zeigt, dass jeder Vorfall die Investoren in Panik versetzt. Von Griechenland und Ungarn geht die furchtbare Botschaft aus, dass es Länder gibt, die ihre Finanzlage fälschen und es andere europäische Regierungen geben kann, die es auch getan haben.

aus Paris kommentiert die politische Lage in Japan: Der Machtwechsel hat das Syndrom der Instabilität der Regierung in Japan nicht gebremst. Wie seine vier Vorgänger hat das Hatoyama-Kabinett nicht einmal ein Jahr amtiert. Eine Gewohnheit, zumindest fast, in diesem Land. Am vergangenen Freitag hat die DPJ den bisherigen Vize-Premierminister Naoto Kan zum Nachfolger des zurückgetretenen Yukio Hatoyama benannt. Aber das Ansehen der Demokraten, die 2009 nach einem halben Jahrhundert Vorherrschaft der Liberaldemokratischen Partei LDP an die Macht gewählt wurden, ist erschüttert. Es ist verfrüht, vom Niedergang Japans zu sprechen. Andererseits ist es unabdingbar, dass die politische Klasse die Themen und die Erwartungen der Bevölkerung zur Kenntnis nimmt.

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