KIOSK : KIOSK

aus Paris widmet sich den Folgen der Ölpest im Golf von Mexiko:

Barack Obama könnte zum Opfer der Fernsehbilder werden, die live das Erdöl zeigen, das sich im Golf von Mexiko ausbreitet. Die größte Umweltkatastrophe aller Zeiten in den USA monopolisiert die Aufmerksamkeit des Weißen Hauses und das Interesse der Medien. Obama ist dabei nicht Herr der Lage und läuft Gefahr, als hilfloser Zuschauer dargestellt zu werden. Der Präsident muss diese Falle vermeiden und darf sich von der Ölpest nicht seinen Zeitplan diktieren lassen. Doch er hat es in dieser Woche immerhin geschafft, den Ölkonzern BP zu zwingen, einen Entschädigungsfonds mit 20 Milliarden Dollar einzurichten. Das Weiße Haus kann nur hoffen, dass sich der Zorn der Öffentlichkeit auf die Firma BP konzentriert.

kommentiert das EU-Gipfeltreffen der vergangenen Woche : Zu den Folgen des griechischen Offenbarungseides gehört, dass die unterschiedlichen nationalen Positionen stärker hervortreten. Frankreich und andere werfen Deutschland Egoismus vor, obwohl auch sie ihre eigenen Interessen vertreten. Doch auch dies ist Bestandteil der europäischen Maschinerie zur Konfliktbewältigung. Ein Zerwürfnis muss erst ein existenzielles Ausmaß erreicht haben, bevor die Mitgliedstaaten begreifen, dass ihnen die Union mehr wert ist als der gerade aktuelle Streitfall. Beim Euro ist der Einsatz zwar höher als in der Vergangenheit. Es geht nicht um institutionelle Probleme wie beim Verfassungsstreit, sondern um wirtschaftliche Fragen, über die der Markt und nicht Eurokraten entscheiden. Aber bis zum Beweis des Gegenteils gilt auch hier der erste Lehrsatz der europäischen Mechanik: Krisen treiben die EU an.

aus Rom schreibt zur Todesstrafe: Die Todesstrafe ist in den USA nicht mehr so populär, weil es jetzt mehr Alternativen gibt. Ein Täter kann etwa zu einer lebenslangen Strafe ohne die Möglichkeit einer späteren bedingten Freilassung verurteilt werden. Dazu kommt, dass die Kosten für die Todeskandidaten ins Astronomische gestiegen sind und viele Bundesstaaten es müde sind, den langwierigen Weg zu gehen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar