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Das Blatt meint zur Trauerfeier für die Opfer der Katastrophe bei der Love-Parade in Duisburg:

„Die eben erst ins Amt gewählte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft traf im Zusammenhang von Trost und Aufklärung gestern in der Duisburger Salvatorkirche als erste Politikerin endlich jenen Ton, den wir in der vergangenen Woche bei den Organisatoren und mittelbar Verantwortlichen der Love-Parade so schmerzlich vermisst hatten. Mit bewegter Stimme, nah am Wasser gebaut, leistete sie auf überzeugende Weise das, was ein verantwortlicher Politiker in solchen Stunden eben leisten muss: auf mitfühlende Weise Führung und Verantwortung übernehmen. Sie hat das Leiden der Hinterbliebenen auf angemessene Weise zu ihrer Sache gemacht.“

Die Pariser Tageszeitung begrüßt die Überprüfung der Praxis des Polizeigewahrsams in Frankreich: „Die Aufforderung des Verfassungsrates an die Regierung, den Polizeigewahrsam innerhalb von elf Monaten zu reformieren, ist eine ausgezeichnete Entscheidung. Nichts zeigt besser als die Praxis des Polizeigewahrsams die mangelnde Achtung der Menschenrechte in Frankreich. Grundsätzlich geht es darum, die Rechte einer vorläufig festgenommenen Person zu wahren, für die die Unschuldsvermutung gilt. Personen werden nur allzu häufig wegen Bagatellfällen ohne Sinn und Verstand vorläufig festgenommen, häufig begleitet von Erniedrigungen. Im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn erweist sich Frankreich mit dieser Praxis als eine Demokratie zweiten Ranges.“

Die Schweizer Zeitung kommentiert die neue Regierungskrise in Rom: „Man kann verstehen, dass Gianfranco Fini nicht mehr mit Ministerpräsident Silvio Berlusconi in der Partei mit dem inzwischen hohl klingenden Namen „Volk der Freiheit“ bleiben mag. Dass Mitte-Rechts jetzt noch funktioniert, kann man getrost bezweifeln. Nichts Neues also in Italien? Doch, diesmal schon. Fini geht nämlich wegen des unlauteren und undemokratischen Regierungsstils seines politischen Ziehvaters. Endlich sagt das ein Verbündeter in aller Deutlichkeit. Das größte Problem Italiens ist seit Jahren der „Cavaliere“, der diesen Titel für Persönlichkeiten, die sich um das Gemeinwohl verdient gemacht haben, nicht verdient. Ihn treiben nur seine eigenen Schwierigkeiten mit der Justiz um und nicht die Sorge um sein Land. Solange Berlusconi am Ruder bleibt, wird sich die Lage in Italien nicht zum Besseren wenden. Dass Fini nun aus seinem Schatten tritt, könnte eine Chance sein.“

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