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analysiert die Lage in der arabischen Welt:

Wie immer die Entwicklung nach dem Sturz Mubaraks in Ägypten und dem Ende Ben Alis in Tunesien weitergehen wird, die arabische Welt wird nie mehr dieselbe wie vor den Unruhen sein. Denn die mit den Internetmedien vertraute Jugend hat Blut geleckt, auch an andern Orten der arabischen Welt. Auf die Demografie als Treiber für den Wandel weisen die Anhänger der Theorie des „youth bulge“ schon länger hin. Demnach wird es in Ländern immer dann gefährlich, wenn der Anteil der 15- bis 30-jährigen Männer in einer Gesellschaft über 30 Prozent liegt. Dann drohen laut dieser Theorie Krieg, Bürgerkrieg, Revolutionen. Umso erstaunlicher ist es, dass die jüngsten Revolutionen im arabischen Raum bis jetzt verhältnismäßig unblutig abgelaufen sind. Das alles lässt hoffen für die Zukunft, für den Aufbau eines demokratischen Ägyptens.

aus London kommentiert die Lehren, die der Westen aus den Ereignissen in Tunesien und Ägypten ziehen sollte: Die Ereignisse in Ägypten lehren uns, dass der Wandel von innen kommt und dass es kaum einen mächtigeren Antrieb als die Transparenz gibt. Der freie Fluss von Informationen, ob über eine unabhängige Presse, Wikileaks, das Internet oder Handy-Netzwerke, wirkt als explosiver Katalysator. Information ist Macht und sie wird sich durchsetzen. Der freie Informationsfluss, den wir aus ganzem Herzen begrüßen sollten, verändert nicht nur die Spielregeln für Diktatoren, sondern auch für den Westen. Das Erbe des Kalten Krieges, in dem Marionettenregimes eingerichtet wurden, weil sie ungeachtet ihrer Korruption und Brutalität eine gewisse Stabilität garantierten, neigt sich seinem Ende entgegen. Der Westen wird sich an eine transparente Welt gewöhnen müssen.

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