KIOSK  :  KIOSK 

aus Mailand meint zu den italienischen Verbindungen zu Libyen: 

Und wenn sie Pedro und José hießen und von einem südamerikanischen Putschgeneral bombardiert werden würden? Oder wenn ihre Namen Pak oder Koo wären und nordkoreanisches Militär auf sie schießen würde? Dieser brennende Zweifel kommt einem bei der Reaktion italienischer Politiker, die sich angesichts des Massakers in Libyen nur eine Frage zu stellen scheinen: Und was wird aus uns? Fragen wie „Wie viele Verzweifelte werden sich über unsere Küsten ergießen? Wie sollen wir eine solche Flüchtlingswelle kontrollieren? Was wird der Rest Europas unternehmen?“ sind gerechtfertigt. Doch vor unseren Augen, nur wenige Flugminuten von Italien entfernt, werden wir Zeugen eines Blutbads, das einem den Atem stocken lässt. Angesichts dessen ist es zwar richtig, dass wir uns Sorgen machen. Doch gibt es nicht nur uns.

aus Paris widmet sich den russischen Waffenlieferungen in die arabische Welt: Die russische Regierung hat die autoritären Regimes in Tunesien, Ägypten und Libyen nicht kritisiert, weil sie sie als Verkörperung der Stabilität einstuft. Moskau betrachtet sie genauso wie die muslimischen Republiken im Kaukasus. So gilt in russischen Augen der Tschetschene Ramsan Kadyrow mit seinen brutalen Methoden von Mord und Folter als leuchtendes Beispiel der Befriedung. Die größten Sorgen macht sich Moskau über die Auswirkungen der arabischen Revolutionen auf seine Waffenverkäufe. Als weltweit zweitgrößter Waffenexporteur nach den USA gehören Libyen, Ägypten, Jemen und Bahrain zu den besten Kunden Moskaus. Mit Libyen verhandelt Russland gerade über Lieferungen im Wert von 1,45 Milliarden Euro.

0 Kommentare

Neuester Kommentar