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aus Tokio beschäftigt sich mit der Frage, ob die Atomkraft in Japan eine Zukunft hat:

Das Erdbeben am Freitag hat den Betrieb von vielen Atomkraftwerken zum Stillstand gebracht. Es wird einige Zeit dauern, bis er wieder aufgenommen werden kann. Wir sollten uns darüber klar werden, dass das Vertrauen in die Atomkraft ironischerweise zu Risiken bei der Stromversorgung geführt hat.

Wir sollten vorsichtig sein im Umgang mit der Bedrohung durch Erdbeben. Wir müssen in unseren Debatten bei Null anfangen und uns so fundamentalen Fragen stellen – wie weit wir uns in diesem erdbebengefährdeten Land auf Atomkraft verlassen sollen und ob es überhaupt Sicherheit bei Atomkraftwerken geben kann.

Sonst werden viele Menschen sich nicht von der Notwendigkeit von Atomstrom überzeugen lassen, nachdem sie sich zusätzlich zu den Zerstörungen durch das furchtbare Beben der Gefahr eines Strahlenlecks ausgesetzt sahen.

aus London kommentiert dazu: Experten haben vor den Standorten einiger japanischer Kernkraftwerke gewarnt, und diese Warnungen werden jetzt umgesetzt werden müssen. Dies bedeutet zumindest einen deutlich verbesserten Schutz vor Naturkatastrophen. Allerdings sollte durch diese Katastrophe die Kernkraft nicht grundsätzlich infrage gestellt werden. Am wenigsten in Großbritannien, wo keine Gefahr durch Erdbeben besteht. Sicherlich müssen Probleme wie die Endlagerung von Abfällen und die Kosten der Kernkraft geregelt werden. Die Atomkraftwerke sind auch durch Hochwasser und Überflutungen gefährdet, also müssen neue Standorte mit großer Umsicht ausgewählt werden. Die Tragödie in Japan, so schwerwiegend sie auch sein mag, sollte jedoch keinen irreführenden Einfluss ausüben.

aus Straßburg meint: Der Mythos der Sicherheit der Atomkraft, der in einer Vergangenheit ohne schwerwiegende Unfälle gewachsen ist, wird nun infrage gestellt. Deutschland denkt seit Mitte der 1990er Jahre über die Schließung seiner Atomkraftwerke nach. Frankreich kann mit diesem Beispiel vor Augen sich einer Diskussion über seine Atompolitik nicht verschließen.

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