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aus Paris kommentiert den Krieg gegen Gaddafi:

Diese vier Jahrzehnte unter dem dienstältesten Despoten Afrikas und des Nahen Ostens haben Libyen und die Libyer in ein Leichentuch des Schweigens eingehüllt, das gerade erst aufgerissen wurde. Bisher wusste man kaum etwas über das wirkliche Leben in Libyen. Der Aufstand in dem nordafrikanischen Land gehört ebenso wie die Bewegungen in Tunis und Kairo zum „arabischen Frühling“. Diese Bewegungen sind sehr viel mehr als ein Feuerwerk, das rasch erlischt. Gaddafi wird der Bewegung auf Dauer nicht entkommen. Doch der Weg bis zum Ziel dürfte steinig sein. Möglicherweise werden Kompromisse gefunden werden müssen, wie ein Dialog zwischen Gegnern und Anhängern Gaddafis. Nötig sind jetzt Vernunft, Geduld und Hoffnung.

aus London meint dazu: Es ist eine Schande, dass die Nato sich nicht darauf geeinigt hat, zusätzliche Kampfflugzeuge gegen die Kräfte Gaddafis einzusetzen. Wenn die Alliierten den Militäreinsatz nicht offensiv stärken, um Oberst Gaddafi zum Rücktritt zu zwingen, dürfte seine Rache an seinen Gegnern schrecklich sein. Bis jetzt sind lediglich Kampfflugzeuge aus Großbritannien, Frankreich und den USA im Einsatz. Kein anderes Land wollte sich beim Treffen der Nato- Außenminister in Berlin mehr engagieren. Alle blicken auf die Wahlurnen und scheinen zu denken, dass ihren Bürgern nichts mehr als diese halbherzige Operation zuzumuten ist. Berlin, Rom und andere Hauptstädte sollten sich etwas entschlossener zeigen. Dem Peiniger der Libyer sollte die Lizenz zum Töten entzogen werden.

schreibt zur Verurteilung des kroatischen Ex-Generals Gotovina: Das Urteil der Richter am UN-Kriegsverbrechertribunal ist für Kroatien ein harter Schlag. Es rüttelt an einem Grundpfeiler der durch den Zerfall Jugoslawiens entstandenen Republik und erschüttert das kroatische Selbstverständnis zutiefst. Aus Zagreber Sicht hat das Land zu Beginn der neunziger Jahre einen gerechten und legitimen Verteidigungskrieg gegen den serbischen Aggressor geführt. In dieser Sichtweise ist Gotovina, wie eine Zagreber Zeitung schreibt, das „Symbol des reinen kroatischen Sieges über den serbischen Aggressor“. Ähnlich wie in Serbien wird auch in Kroatien von vielen das UN-Tribunal als eine politische Instanz betrachtet. Es wäre höchste Zeit, dass sich Zagreb mit den düsteren Seiten der jüngsten Vergangenheit ernsthaft auseinandersetzt.

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