KIOSK  :  KIOSK 

Die Times aus London schreibt über den Staatsbesuch von Barack Obama in Großbritannien:

Obama teilt nicht die instinktive Nähe anderer Nachkriegspräsidenten zu Großbritannien...Sein nuancenreicheres Verhältnis zum Königreich verursacht bei so manchem Gralshüter der „Sonderbeziehung“ Schnappatmung. Als Obama sich entschied, eine Churchill-Büste aus dem Oval Office zurückzugeben, kreischten die britischen Medien auf... Obama hat großen Respekt vor der gemeinsamen Geschichte des alliierten Sieges über den Nationalsozialismus, allerdings ohne ein Gefangener dieser Geschichte zu sein... Das hat zu einem reiferen Verhältnis zwischen Großbritannien und den USA geführt, eines, das auf Pragmatismus und aufrichtigen, gemeinsamen Interessen basiert – und nicht auf einer rosa gefärbten Erinnerung an die Kriegsvergangenheit.

Die New York Times schreibt zum selben Thema: Premierminister David Cameron ist mit dem Anspruch ins Amt gekommen, „stabile“, aber nicht „sklavische“ Beziehungen zu den USA zu unterhalten... Wenn nun Präsident Obama zum Staatsbesuch anreist, kann Camerons Team den erfolgreichen Abschluss dieser Mission ausrufen... Ein Beispiel für das Un-Sklavische in den Beziehungen ist die britische Haltung zu Krieg und Frieden. Die diplomatische Initiative für den Libyen-Einsatz kam von England und Frankreich, während Obama sich noch um einen dritten amerikanischen Militäreinsatz in einem muslimischen Land sorgte... Libyen hat aber auch die einzigartige amerikanische Fähigkeit zur Machtausübung gezeigt – und die europäische Abhängigkeit von dieser Macht... Un-sklavisch zu sein, hat keinen Wert, wenn es nicht heißt, Verantwortung zu übernehmen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben