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schreibt zum politischen Aufschwung der Grünen:



Es stimmt nicht, dass der Aufschwung der Grünen durch die Laufzeitdebatte und mehr noch durch Fukushima verursacht wurde. Beschleunigt, keine Frage. Aber nicht verursacht. Der grüne Aufschwung begann deutlich früher. Er fiel zusammen mit dem Ansehensverlust der schwarz-gelben Koalition. Die Union kann den Grünen das Atomthema nicht rauben, weil die es schon lange nicht mehr brauchen. Ein grünes Kernthema? Ja, natürlich – aber eins, das längst abgefrühstückt ist. Wie es die Grünen wollten. Beigedreht haben die anderen. Ein Milieu verfestigt sich, ein anderes löst sich auf.

aus Paris meint zum Wahlergebnis in der Türkei:

Die Türkei unter Premier Erdogan hat weiterhin schwere Demokratiedefizite. Der Wahlkampf war hart, und die Polizei hat oft zugeschlagen. Zahlreiche Journalisten sitzen im Gefängnis. Dies sind Reaktionen, die zeigen, dass die Regierung unsicher ist. Die türkische Wirtschaft hat es unterdessen geschafft, die Arbeitslosigkeit einzudämmen und die Außenpolitik der AKP ist die eines autonomen Landes, das sich von seinen Generälen und der Allianz mit der Nato befreit hat. Warum soll man die Türkei weiterhin als ein orientalisches Gespenst betrachten, das zu muslimisch ist, um europäisch zu werden, wie Nicolas Sarkozy es tut? In einer Zeit, in der die Länder rund ums Mittelmeer ihr Schicksal in die Hand zu nehmen und Werte verteidigen, die mit den europäischen identisch sind, sollte man nicht alles tun, um die Türkei in die EU aufzunehmen? Sie könnte als Brücke zu den arabisch-muslimischen Ländern dienen.

kommentiert den schlechten Zustand der amerikanischen Wirtschaft:

Gefährlicher als alle Kampagnen des politischen Gegners sind für Obama die jüngsten Wirtschaftsdaten. Eigentlich bleibt Obama nur die verzweifelte Bitte an die Notenbank, sie möge doch weiter Dollars drucken – und die Hoffnung, dass dies die Wirtschaft belebe. Obama muss Arbeitsplätze schaffen, und zwar schnell. In seiner Not denkt der amerikanische Präsident auch an Steuersenkungen, das liebste wirtschaftspolitische Mittel seines politischen Gegners. Seit Franklin D. Roosevelt ist noch nie ein US-Präsident bei über 7,2 Prozent Arbeitslosigkeit wiedergewählt worden. Derzeit liegt sie bei 9,1 Prozent.

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