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meint zur Ankündigung des amerikanischen Präsidenten Barack Obama, den Truppenrückzug aus Afghanistan zu beginnen:



Die erste große Etappe des Abzugs soll im September 2012 abgeschlossen sein. Militärisch ergibt dies wenig Sinn, weil die betroffenen Einheiten dadurch ihre Stellungen mitten in der sogenannten Kampfsaison räumen müssen. Politisch hingegen erscheint das Timing geradezu ideal – wenige Wochen vor der Präsidentenwahl wird Obama die Rückkehr der Soldaten feiern können. Schon jetzt scheint der Präsident willens, die Afghanistan-Mission auf Teufel komm raus zu einem Erfolg zu erklären. „Das Licht eines sicheren Friedens ist in der Entfernung sichtbar“, verhieß er seinen Zuhörern am Mittwochabend. Wunschdenken bleibt Wunschdenken, auch wenn es in schöne Worte verpackt ist – und es könnte sich für die USA noch empfindlich rächen.

aus London kommentiert zu dem selben Thema:

Dieser Meinungswandel über Afghanistan wird sicherlich über 2012 andauern. Amerikaner wollen keine langen Kriege im Ausland mehr. Nicht nur Demokraten, auch große Teile der Republikaner hätten sich einen früheren Abzug als den von Barack Obama angekündigten gewünscht. Bei den Republikanern ist heutzutage fast nichts mehr von dem neokonservativen Eifer zu spüren, der Amerika in den Irakkrieg getrieben hat. Bedeutet dies eine Rückkehr zum Isolationismus, wie Kritiker behaupten? Vielleicht. Klar ist jedoch, dass diese neue Stimmung sehr viel länger als eine einzelne Wahlperiode andauern wird. Deshalb war die Rede Obamas nicht nur eine Kurskorrektur, sondern eine Richtungsänderung.

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