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meint zum Rückzug der Amerikaner aus Afghanistan:



Seit 2008 steigt die Zahl der Amerikaner, die einen raschen Rückzug aus Afghanistan befürworten, stetig an. Dabei hat Obama mit seinen Erfolgen im Kampf gegen das Terrornetzwerk Kaida wesentlich zu diesem Trend beigetragen: Nach der Tötung Osama bin Ladins Anfang Mai ist in den Umfragen die Zahl der Befürworter eines baldigen Truppenabzugs aus Afghanistan von 48 auf 56 Prozent emporgeschnellt. Obamas „Weg der Mitte“ dürfte daher politisch in eine Sackgasse führen. Der Präsident weiß mit seiner Entscheidung zu Afghanistan zwar die Führung des Pentagons hinter sich. Aber er ignoriert seine zunehmend kriegsmüde Nation.

aus Dänemark bemerkt zum Streit um die Grenzkontrollen:

Deutschland und seine Geschichte sind ins Zentrum der unglücksseligen Debatte um künftige dänische Grenzkontrollen geraten. Vereinfacht ausgedrückt hat die (rechtspopulistische) DVP die „Nazi- Karte“ gezogen. Deutschlands Auftreten in europäischer Regie und die Aufarbeitung der eigenen Geschichte ist von A bis Z bewundernswert und ein Musterbeispiel dafür, dass man sich mit dem Willen dazu auch aus dem größten geschichtlichen Trauma herausarbeiten kann. Das ist das Deutschland, das bei uns seine Vergangenheit mit primitivsten Klischees unter die Nase gehalten bekommt. Als Deutschlands Nachbar können wir das nicht zulassen.

aus Paris kommentiert die Berufung von Mario Draghi zum neuen EZB-Chef: Draghi steht für Kontinuität, das gilt auch für die Staatsverschuldung in der Eurozone. Zuletzt hat er wortwörtlich die Formulierungen Trichets übernommen: Athen dürfe nicht zahlungsunfähig werden, weil man keinen neuen Fall Lehman Brothers erleben wolle. Als Direktor der italienischen Zentralbank hat Draghi wesentlich zur Bereinigung der Finanzen beigetragen, um Italien den Beitritt zur Eurozone zu ermöglichen. 1993 hat er ein großangelegtes Privatisierungsprogramm überwacht, ähnlich dem, das heute von Griechenland verlangt wird. Manche Beobachter glauben, dass Draghi als Italiener in Südeuropa leichter Gehör finden wird. Forderungen nach Haushaltsdisziplin aus seinem Mund dürften leichter verdaulich sein.

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