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kommentiert die Macht der Ratingagenturen:

Die Rating-Agenturen haben eine Mitschuld am Absturz der Märkte im Herbst 2008, denn nur wegen ihrer Bewertungen fanden sich jahrelang Käufer für Ramschpapiere, die verboten gehört hätten. Die Forderungen europäischer Politiker, Rating-Agenturen stärker zu beaufsichtigen, sind gefährlich. S & P, Moody’s und Fitch übernehmen eine wichtige Aufgabe, wenn sie über die Bonität der EU-Staaten urteilen, auch wenn die Urteile schmerzen: Sie schaffen Transparenz für Investoren, die deren Anleihen kaufen. In den USA sind sich die Rating-Agenturen und die großen Banken zu nah. Europäische Politiker diskutieren nun über die Einrichtung einer offiziellen europäischen Rating-Agentur. Dabei sollten sie froh sein, dass die drei Branchenführer in Amerika sitzen.

aus Turin meint dazu, dass Silvio Berlusconi 2013 nicht mehr antreten will: Regierungen fallen auf zweierlei Art und Weise: Entweder weil sie von der Opposition besiegt werden oder weil sie sich von innen auflösen. Im ersten Fall kann der Sturz brutal sein, doch dürften die Sieger rasch zu einer alternativen regierenden Klasse werden können. Im zweiten Fall kann der Todeskampf lange dauern und sehr gefährlich sein, weil er das Land ohne Führung lässt – als Spielball der Ereignisse. Wie leicht vorauszusehen war, folgt das Ende des Berlusconismus in Italien dem zweiten Schema. Ein Modell, was mit anderen Worten auch als Auflösung ohne Lösung beschrieben werden könnte.

aus Paris schreibt zu den pro-palästinensischen Aktivisten: Die Palästinenser bemühen sich darum, im September die Anerkennung Palästinas durch eine größtmögliche Zahl von UN-Mitgliedsländern zu erreichen. Die Israelis verwenden sehr viel mehr Energie darauf, dies zu verhindern, als darauf, die Gespräche mit den Palästinensern wieder in Gang zu bringen. Es ist davon auszugehen, dass es letztendlich nur Verlierer geben wird: Die USA müssen ein Veto gegen jeden Versuch einlegen, die Palästinenser zum UN-Mitglied zu machen. Und die Europäer lassen einmal mehr ihre Differenzen in dieser Frage offen zutage treten.

aus London widmet sich der Abhöraffäre:
Premier Cameron verwies auf eine gesamte Generation von Politikern, die zu enge Beziehungen zu dem Medienimperium des Rupert Murdoch gepflegt haben. Cameron deutete auch an, dass er nicht habe voraussehen können, was für eine Katastrophe die Ernennung Coulsons (als Kommunikationschef) werden würde. Dies ist unredlich. Der Premierminister wurde davor gewarnt, öffentlich und privat, vorbelastete Personen wie Coulson mit in die Downing Street zu nehmen. Doch er zog es vor, diese Warnungen nicht zu beachten.

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