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meint zur amerikanischen Schuldenkrise:

Die Krise um die Schuldenobergrenze ist ein gruseliges Beispiel für Obamas Tendenz, anderen zu folgen statt selbst voranzugehen. Im gesamten Jahr 2010 blieb das Weiße Haus zurückhaltend gegenüber Vorschlägen, wie das Staatsdefizit reduziert werden könnte und dann, als es sich endlich in die Schlacht stürzte, tat es das in Person von Vizepräsident Biden. Ein Beamter sagte letztes Jahr geradeheraus, dass nur Verlierer Lösungsvorschläge zu früh in Umlauf bringen würden. Also wartete Obama. Seine Ideen, so wie sie nun öffentlich geworden sind, sehen insgesamt ganz solide aus. Aber statt das Land hinter sich und seiner Vision, wie man Sozialleistungen und Steuern reformieren könnte, zu vereinen, sieht er aus wie ein Mann, der von einem Brandprediger wie dem republikanischen Fraktionschef Eric Cantor zum Führen getragen werden muss. Das Weiße Haus hat Glück – wenn man das so nennen will – dass es im Kongress mit einer so unverantwortlichen republikanischen Opposition zu tun hat. Wenn der Tag der Abrechnung in Sachen Schuldenobergrenze gekommen ist, werden die Republikaner für ihre waghalsigen Volten bezahlen. Aber der Präsident muss anfangen, sich wie ein Kämpfer statt wie ein Boxsack zu verhalten.

meint zu demselben Thema: Es gibt eine Gemeinsamkeit zwischen Griechenland und Amerika: Nämlich dass das Nötige offenbar unmöglich ist, dass die Politiker der Baby-Boomer-Generation und des Twitterzeitalters nicht reif sind, um mit Problemen dieser Größenordnung fertig zu werden ... Aber es gibt einen Erwachsenen, der schon lauert. China hat spanische, portugiesische und griechische Anleihen gekauft, um diese Exportmärkte zu stabilisieren ... Das ist die Rolle, die einmal Amerika gespielt hat, die sich das Land aber nicht länger leisten kann. Jeder, der noch nicht verstanden hat, dass sich die globale Machtverteilung immer mehr verschiebt, je länger diese Krise andauert, hat noch nicht von der Goldenen Regel gehört. Und die lautet: Der, der das Gold hat, bestimmt, wie gespielt wird ... Die Träume der Europäer und der Amerikaner hängen in der Schwebe. Wir müssen entweder unsere Nationen auf einen nachhaltigen Wachstumskurs bringen – und das heißt: Ausgaben senken, Steuern erhöhen und in die Zukunft investieren. Oder wir schauen zu, wie sich die Demokratien dieser Welt selbst zerfleischen und sich über den immer kleiner werdenden Kuchen streiten, während China immer mehr zu sagen hat, nämlich, wie groß die Stücke von diesem Kuchen sind.

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