KIOSK : KIOSK

aus Paris meint zur Schuldenkrise:

Nicolas Sarkozy und Angela Merkel haben eine große Verantwortung. Sie sind heute die Einzigen in der EU, die über Einzelinteressen hinweg auf das allgemeine Interesse setzen können. Und das allgemeine Interesse für alle ist die Rettung des Euro. Dies setzt sicherlich Kompetenzverlagerungen voraus. Der Euro ist nicht nur die Gemeinschaftswährung für 350 Millionen Europäer. Er ist auch ein gemeinsames Gut, eine der großen Währungen der Welt. Einige in Deutschland mögen glauben, dass sie auf den Euro verzichten können. Das ist falsch. (...) Wenn Deutschland meinen sollte, es sei ohne Europa stärker, würde es sich irren.

aus Amsterdam meint zum selben Thema: Die Krise droht um sich zu greifen. Darum müssen die Regierungschefs alles tun, um der Herausforderung zu begegnen – die Finanzmärkte werden es nicht tun. Der Schlüssel liegt bei Merkel. Ihre hartnäckige, durch die Niederlande unterstützte Forderung nach Beteiligung des privaten Sektors an der Rettung Griechenlands ist politisch verständlich. Doch die Art und Weise, wie das bislang betrieben wird, ist unklug. Banken mitbezahlen zu lassen, die griechische Staatspapiere halten, wird von den Ratingagenturen als Zahlungsausfall gewertet. Die Folgen würden unabsehbar sein, wie die Europäische Zentralbank warnt.

aus Wien meint dazu: Da warten Europas Staaten angeblich aus Kalkül zu, um sich in Sachen Eurorettung wieder zusammenzutun. Man erklärt dies damit, sich nur dann treffen zu wollen, wenn man tatsächlich etwas zu entscheiden hat... Und dann? Lassen die Deutschen den eben aufgeblasenen Luftballon platzen. Nichts Großartiges sei zu erwarten, wird vorerst verbreitet... Ihr französischer Freund stellt der Kanzlerin prompt ein Bein. Nicolas Sarkozy lässt per Indiskretion wissen, dass er die Deutschen für verantwortungslose Egoisten hält... Dabei hätten die durch Horrorszenarien verunsicherten Europäer zumindest eine stimmigere Gipfelinszenierung verdient.

aus Zürich beschäftigt sich in den Kommentarspalten besonders mit der Lage Griechenlands: Dem Süden Europas muss es jetzt unbedingt gelingen, unternehmerische Kräfte freizusetzen. Das können weder Eurobonds noch Brüssel. Eine gewisse Solidarität ist notwendig, doch vor allem braucht es wieder mehr Eigenverantwortung. Und wohl auch eine glaubhafte Drohung mit Sanktionen bis hin zur Einstellung aller Hilfskredite (was direkt zu einer ungeordneten Insolvenz führen würde) oder sogar zum Rauswurf aus der Währungsunion. Würde dies allen Beteiligten bewusst, wäre die Lage zwar ernst, aber wenigstens nicht hoffnungslos.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben