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aus Madrid schreibt zur Lage in Libyen:

Die Nato hat beim Erfolg der libyschen Rebellen eine entscheidende Rolle gespielt. Für die Aufstände in der arabischen Welt wurde eines der wichtigsten Hindernisse aus dem Weg geräumt. Nun ist abzusehen, dass dem Assad-Regime in Syrien ein ähnliches Schicksal bevorsteht wie der Gaddafi-Diktatur, und dass die revolutionäre Welle, die die Region erschüttert, neue Impulse erhält. Die unmittelbare Zukunft Libyens ist völlig unklar. Die internationale Gemeinschaft muss eine gemeinsame Haltung finden und ohne direkte Einmischung zu einer Demokratisierung beitragen. In dieser heiklen Phase darf sich niemand Fehler erlauben, weder die Führung der Rebellen noch die Weltgemeinschaft.

aus Wien meint dazu: Libyen bringt alle Voraussetzungen für einen scheiternden Staat mit: Das Land hat keinerlei demokratische Tradition. Es war 42 Jahre lang auf die willkürlichen Launen eines totalitären Spinners zugeschnitten, der einen Stamm gegen den anderen ausgespielt hat. Das hat Rivalitäten hinterlassen. Wenn brutalisierte Gesellschaften plötzlich frei werden, brechen – wie im Irak nach dem Sturz Saddam Husseins zu studieren war – gewöhnlich nicht Friede, Liebe und Harmonie aus. Der Westen sollte alle Hebel in Bewegung setzen, um die Sicherheits- und Versorgungslage in Libyen zu stabilisieren, und dabei auch, falls vom Übergangsrat erwünscht, die Entsendung von Polizeieinheiten erwägen. Sonst kann die Erfolgsgeschichte zum Desaster werden.

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