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Die „Sunday Times“ aus London schreibt über Angela Merkels Euro-Politik:

„Die 17 Länder der Eurozone müssen kurzfristig die Märkte überzeugen, dass sie stark genug sind, um den Euro vor dem Zusammenbruch zu retten. Ist diese erste Rettungsaktion gelungen, müssen sie mittelfristig die Eurozone höchstwahrscheinlich verkleinern, wobei in erster Linie wohl Griechenland nicht mehr dazugehören würde. Kann die Eurozone diese Herausforderung meistern? Das werden wir bald herausfinden. Starke Politiker überwinden die Einsprüche von Wählern. Schwache Politiker, wie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, nutzen diese Einsprüche als Ausrede. Man kann nur hoffen, dass schwache Führer in der Lage sind, Stärke zu demonstrieren.“

Die „Neue Zürcher Zeitung“ meint zum Zustand der FDP:

„Merkels gegenwärtig größtes Problem ist der Krebsgang der FDP, ihrer kleinen Koalitionspartnerin. Es wäre unehrlich, die gravierenden Fehler, die ihre Verantwortlichen in den letzten zwei Jahren begangen haben, einfach zu bagatellisieren. Sie sind Ausdruck mangelnder Selbstwahrnehmung und sturen Eifers, begangen von überforderten Figuren am falschen Ort und zur falschen Zeit. Auch besteht kein Zweifel daran, dass die Kanzlerin die FDP nicht sehr pfleglich behandelt hat. Aber CDU/CSU brauchen die FDP als Korrektiv. Es bleiben den Liberalen noch zwei Jahre, um sich endlich jenes Profil zu geben, das auch heute noch Erfolg verspräche. Nur: Ohne eine konzentrierte Anstrengung wird dies nicht gelingen. Mittelmaß kann sich eine liberale Kleinpartei, die die FDP immer war, nicht leisten.“

„Le Monde“ aus Paris schreibt zur Bewältigung der Krise an den Finanzmärkten:

„Das Szenario wird in den Augen der Kapitalanleger verschlimmert durch die Unfähigkeit der Regierenden, die Probleme in den Griff zu bekommen. In Europa gibt es keine rasche Lösung für die Krise der Staatsschulden. In den USA sieht es nicht viel besser aus. Nach Ansicht der Experten brauchen die Märkte so etwas wie einen Vertrauensschock. Doch niemand scheint in der Lage zu sein, einen solchen Schock herbeizuführen.“

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