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Die „Neue Zürcher Zeitung“ kommentierte am Montag die Reden von Kritikern der Griechenland-Hilfe im Deutschen Bundestag:

„Der Präsident des Deutschen Bundestags, (Norbert) Lammert, hat zwei Abweichler der Regierungskoalition vor der Abstimmung über den Euro-Rettungsschirm sprechen lassen. Dies hat Kontroversen über Regeln und Redefreiheit im Parlament provoziert. Die enorme Kluft zwischen Regierten und Regierenden in Deutschland ist bekannt, sie ist in der Euro-Krise gewiss nicht kleiner geworden. Die Rebellen um (den Abweichler) Schäffler haben in der Bevölkerung breite Resonanz. Die Maßnahmen Merkels sind unpopulär, Umfragen ergeben übereinstimmend, dass rund drei Viertel der Wähler die Ausweitung des Rettungsschirms ablehnen. Die Kritiker der offiziellen Euro-Politik sind in der öffentlichen Debatte marginalisiert und im Parlament isoliert. Lammert hat erkannt, dass der Demokratie nicht gedient ist, wenn man Abweichler zum Schweigen bringt. Dafür wäre ihm zu danken.“

Die konservative französische Tageszeitung „Le Figaro“ kommentierte am Montag die Schuldenkrise in der Euro-Zone:

„Die Krise der Euro-Zone wird in Washington, London und Peking als Bedrohung der Weltwirtschaft dargestellt. Diese Einstellung ist Ausdruck einer echten Sorge. Die Krise ist ansteckend, die Panik der

Märkte auch. Höchste Zeit, dass die Europäer ihr Haus in Ordnung

bringen. Aus der Ferne betrachtet ist diese dringende Notwendigkeit

klarer zu sehen als aus der Nähe. Doch so macht man Europa zum Sündenbock für die Probleme, die jedes einzelne Land für sich lösen sollte. Statt Europa aller Übel zu beschuldigen, wäre es sinnvoller, das Problem Griechenland in den Griff zu bekommen. Es ist zu einfach, Europa zu einer toxischen Anlage zu erklären, von der man sich fernhalten soll. Dies ist nur eine Ermutigung für die Märkte, eine fatale Ansteckung noch zu beschleunigen.“

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