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meint zu den Demonstrationen in Griechenland:



Die Demonstranten wissen, dass es keine Alternative zur Sparpolitik gibt. Sie bringen einfach ihren Missmut und ihre Hoffnungslosigkeit zum Ausdruck. Nach 18 Monaten rigoroser Sparpolitik sehen die Griechen keine Besserung. Die Rezession wird immer tiefer und die Unsicherheit über die Euro-Zukunft des Landes immer größer. Dies ist Gift für Investitionsvorhaben, denn potenzielle Investoren werden sich bis zur Klärung der Lage zurückhalten. Die Proteste könnten jedoch die angeschlagene Regierung erheblich destabilisieren und den Rettungsbemühungen endgültig den Garaus machen. Die Griechen stecken in einem Teufelskreis und sehnen sich nach einer Perspektive. Diese aber – und hier liegt das Versagen der griechischen Politik – wurde ihnen nie angeboten.

aus Madrid kommentiert die Debatte über einen Ausweg aus der Schuldenkrise in Europa: Europa beginge einen verhängnisvollen Fehler, wenn der anstehende EU-Gipfel die Idee eines partiellen Schuldenerlasses für Länder wie Spanien oder Italien akzeptieren würde. Dies wäre wahrscheinlich das Ende der Wirtschaftsunion und des Euro. Damit würde die Fähigkeit beider Staaten infrage gestellt, ihre Schulden zu begleichen. Dabei hat weder Spanien noch Italien um eine Rettungsaktion für seine Staatsfinanzen gebeten. Die Überlegungen zu einem Schuldenerlass bedeuten eine Wiederbelebung der Idee eines zweigeteilten Europas. Auf der einen Seite stehen Länder wie Frankreich, Deutschland, die Niederlande und Finnland, auf der anderen die Staaten der Peripherie. Dahinter steckt die alte Legende, nach der Mitteleuropa seine Pflichten erfüllt, während der Süden auf der faulen Haut liegt.

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