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aus London meint zum EU-Gipfel:

Je mehr Großbritannien sich von der EU distanziert, desto besser kann sich unser Land darauf konzentrieren, seinen wirtschaftlichen Schwerpunkt hin zum Zentrum der globalen Wirtschaftskraft zu verlegen. Es wäre eine trübe Zukunftsaussicht, in einem langsam wachsenden und erstarrten Europa eingeschlossen zu sein. Premier Cameron spricht noch nicht von einem Austritt Großbritanniens aus der EU, doch dies könnte sehr wohl der logische Schluss dieser folgenschweren Trennung der Wege sein. Unser Land muss jetzt zeigen, wie es seine eigene Zukunft gestalten kann. Wir sollten uns nicht fürchten, andere Wege zu beschreiten, mit engen Beziehungen zu Europa, während wir gleichzeitig eine deregulierte Wirtschaft mit niedriger Steuerlast schmieden.

kommentiert dazu: Wäre nicht die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, fände der Sturz wohl statt. Sie betreibt mit der Nüchternheit der in der DDR erzogenen Naturwissenschaftlerin pickelharte Interessenpolitik, freilich nicht, wie das keifende Stimmen in Frankreich oder in Großbritannien behaupten, aus deutscher Machtgier, sondern in kühler Ratio für ein wettbewerbsfähiges und politisch stabiles Europa, von dem Deutschland überdurchschnittlich profitiert. Die Kanzlerin darf für sich in Anspruch nehmen, Europa weiterzudenken – weil sie die wirtschaftlichen und politischen Zwänge des 21. Jahrhunderts erkennt, denen Europa im globalen Wettstreit mit Asien und einem immer stärker dem Pazifik zugewandten Amerika ausgesetzt sein wird.

aus Paris schreibt: Um eine Ausbreitung der Krise auf andere Länder zu verhindern, wurden in Brüssel auch Notmaßnahmen besprochen. So wurde versprochen, die „Feuerwälle“ zu verstärken und dem IWF eine herausragendere Rolle bei der Rettung des Euro anzuvertrauen. Was die Wirtschaftsregierung und die Notmaßnahmen betrifft, so bleiben noch enorm viele Fragen ohne Antwort. Dies kann eine Erklärung sein für die unflexible Haltung der EZB, die weiterhin strikt dagegen ist, als Feuerwehrmann der letzten Rettung in der Region einzugreifen. Wie nach den 15 vorangegangenen Gipfeltreffen können die bestehenden Unklarheiten und Ungewissheiten auf den Märkten sehr schnell neue Angstzustände auslösen – und als Panikreaktion ein x-tes Gipfeltreffen.

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