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Die „Neue Zürcher Zeitung am Sonntag“ kommentiert den US-Truppenabzug aus dem Irak:

„Der Irakkrieg hat die USA finanziell ausgeblutet und auch militärisch geschwächt. Der Folterskandal in Abu Ghraib diskreditierte die USA moralisch. Der erhoffte Dominoeffekt einer irakischen Demokratie für die Region blieb bisher aus. Zwar bleiben die USA weiter die größte Militärmacht der Welt. Aber mit den lauter gewordenen Isolationisten und mit den finanziellen Problemen kann das Land nicht mehr wie eine solche Macht auftreten. Gibt es auch positive Folgen des Irakkriegs? Natürlich. Der Sturz Saddam Husseins hat die Welt ein Stück besser gemacht. Die Befreiung der Kurden und Schiiten ist zu begrüßen, ebenso wie die Tatsache, dass im Irak schon zweimal gewählt wurde. Hat sich der enorme Preis, den die USA dafür bezahlt haben, gelohnt? Die nüchterne Antwort lautet: Nein.“

Die „Sunday Times“ kommentiert die Angriffe des französischen Premierministers gegen die britische Wirtschaft:

„Für Premierminister François Fillon war der Satz, Großbritannien verdiene eine Herabstufung eher als Frankreich, Antwort auf den Kommentar von (Finanzminister) George Osborne vor einigen Wochen, Frankreich könnte den Weg Griechenlands einschlagen. Man könnte diese gegenseitigen Schüsse aus dem Hinterhalt über den Ärmelkanal hinweg als Weihnachtsunterhaltung abtun. Doch es besteht ernster Anlass zur Sorge. Der IWF warnt mit der Stimme seiner Chefin Christine Lagarde, eines weiteren Mitglieds der französischen Elite, vor den Gefahren einer neuen Baisse, wenn jetzt nicht die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Frankreich scheint zu glauben, es könnte internationale Investoren dazu bringen, Großbritannien fallen zu lassen. Das klappt nicht, könnte jedoch etwas sehr viel Übleres auslösen als die Wirtschaftsmisere, die uns 2012 erwartet.“

Der „Independent“ aus London schreibt zum selben Thema:

„Der Premierminister muss den Schaden wiedergutmachen, den er

durch seine isolationistische Haltung angerichtet hat. Allerdings sind die jüngsten zögerlichen Schritte zur Lösung der Krise in Europa keineswegs dazu angetan, Vertrauen zu schaffen. Die Euro-Zone stolpert immer noch am Abgrund entlang: Französische Seitenhiebe gegen die britische Wirtschaft bestätigen nur die Furcht der Regierung in Paris über die fast unvermeidliche Herabstufung Frankreichs. Es war Cameron, der die Tür zugeschlagen hat, nur er kann sie wieder öffnen.“

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