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aus Paris meint zur Debatte um den deutschen Bundespräsidenten:

Angela Merkel hat entschieden: Der Soldat Wulff muss gerettet werden. Mit ihrer Erklärung am Freitag, dass sie eine große Wertschätzung für den Präsidenten der Republik habe, hat die Bundeskanzlerin vorerst den Spekulationen über seinen Rücktritt ein Ende bereitet. Doch die Verschnaufpause könnte angesichts des starken Drucks der Medien von kurzer Dauer sein. Durch seine mehrfachen Ungeschicklichkeiten hat Christian Wulff eine banale Geschichte von Immobilienkrediten zu einer Staatsaffäre anwachsen lassen. Angela Merkel hat Wulff als Kandidaten für das Präsidentenamt 2010 durchgesetzt. Ein Scheitern ihres Schützlings würde zum Teil auf sie zurückfallen. Die Öffentlichkeit ist gespalten. Auch wenn sie Wulffs Verhalten peinlich finden, wollen 60 Prozent der Deutschen ihm „eine zweite Chance“ geben.

aus London schreibt zur Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran: Nach dem Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA vom November über die militärischen Ziele des iranischen Atomprogramms haben die USA und ihre Verbündeten die finanziellen Sanktionen drastisch verschärft. Europa arbeitet an einem Öl-Embargo. Im Gegenzug hat der Iran US-Kriegsschiffe davor gewarnt, in den Persischen Golf zu fahren. Die US-Regierung behauptet zu Recht, die zunehmend schärferen Töne aus Teheran seien lediglich der Beweis, dass die jüngsten Sanktionen schmerzlich spürbar werden. Doch die Situation ist explosiv. Die geringste Fehleinschätzung auf beiden Seiten könnte sich als verhängnisvoll erweisen. Die Vergangenheit lehrt, dass große Kriege durch sehr viel geringfügigere Anlässe ausgelöst wurden.

aus Turin bricht eine Lanze für bessere Zukunftsaussichten der europäischen Jugend: 2012 müsste das Jahr der jungen Menschen sein – sollte es unbedingt sein, denn es ist nicht mehr hinnehmbar, dass Länder (in Europa), die es belassen wollen bei Parolen von Wachstum und Zukunft, schweigend die Millionen junger Leute akzeptieren, die immer mehr alleine dastehen, ohne Arbeit, ohne sozialen Schutz und ohne Perspektiven. In Italien hat die Arbeitslosigkeit der bis zu 25-Jährigen inzwischen die Schwelle von 30 Prozent überschritten. Und wenn die Gewerkschaften auch schreien, es gebe doch insgesamt einen Notstand bei den Entlassungen und der Arbeitslosigkeit, so ist dem nicht so: Das Problem liegt in der Gruppe der jungen Menschen.

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