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schreibt zur Frage, ob Griechenland aus dem Euroraum ausscheiden soll:

Griechenland muss wirtschaftliche Stärken erst entwickeln. Dafür braucht es institutionelle Freiräume, einen schlanken Staat und ein Klima, das Transparenz, Innovation und Leistung belohnt. All dies ist an der Reformunwilligkeit der politischen Klasse bisher gescheitert, selbst nach zwei Jahren existenzbedrohender Krise. Wo Volksvertreter anderer Länder in einer nationalen Kraftanstrengung zusammenstehen, herrschen in Athen Streit und Missgunst. Damit sich das ändert, braucht es einen starken Anreiz – und der stärkste ist ein radikaler ökonomischer Neuanfang. Die Alternative zu harter Umschuldung und Euro-Austritt ist ein jahrelanges Dahinsiechen in der Abhängigkeit von teuren Rettungsprogrammen, verbunden mit politischem Klüngel und wiederkehrendem Gezerre um neue Finanzhilfen. Das griechische Volk hat Chancen verdient. Auch wenn das Land in der EU bleibt, aber die Euro-Zone verlässt, können die politischen Partner ihm helfen und es drängen, Reformen mit Elan anzugehen. Für diesen Weg braucht Griechenland jetzt Mut – mehr als Geld.

aus London warnt vor einem solchen Schritt: Und wenn Griechenland die Eurozone verlassen würde? Es gibt Kalkulationen über diese Strategie eines kontrollierten Hinauswurfs, die zu dem Schluss kommen, dass das Geschäft mit dem Euro so weitergehen dürfte wie bisher. Es bestehen jedoch viele Gründe für die Annahme, dass dies nicht der Fall sein dürfte. Wenn Griechenland geht, werden die Investoren darauf setzen, dass Portugal der nächste Kandidat sein dürfte. Dann werden die „Brandmauern“ der Eurozone einer harten Prüfung unterworfen um zu testen, ob sie Italien und Spanien vor einer Ansteckung schützen können. Auf jeden Fall glauben Unternehmen und Banken schon lange nicht mehr, dass ein Euro auch ein Euro ist – je nach dem Land, in dem er gehalten wird. Der Spieler, der auf eine Begrenzung dieser Krise setzt, muss sehr mutig sein.

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