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aus London kritisiert die Aufstockung des Internationalen Währungsfonds (IWF):

Der IWF braucht Geld, um armen Ländern zu helfen, wenn sie in Schwierigkeiten geraten. Dies gilt jedoch nicht für die gescheiterte Euro-Zone. Es ergibt keinen Sinn, zahlungsunfähige Länder der Euro-Zone zu stützen. Es waren die Politiker dieser Länder, die sich (und uns) diese Bescherung eingebrockt haben, also sollen sie auch zusehen, wie sie uns da herausbringen. Es ist jedoch die große Frage, ob sie das auch können. Seit die EZB vor fünf Monaten mit ihren Milliardenhilfen für europäische Banken Zeit gekauft hat, haben die Politiker nichts unternommen, um die grundlegenden Probleme der Euro-Zone zu beheben. Einige dieser Politiker werden bald keine zweite Gelegenheit dazu bekommen.

aus Paris warnt vor einer einseitigen Sparpolitik in der Schuldenkrise: In der Wirtschaft wie in der Politik sind Dogmen eine schlechte Sache. Nach der Verschwendung der letzten Jahrzehnte ist die Sparsamkeit gewiss erforderlich, doch sie ist nicht das einzige Heilmittel. Die Länder der Euro-Zone leiden nicht alle an den gleichen Übeln, und Spanien ist nicht Griechenland. Sogar die Märkte sind langsam beunruhigt über die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen einer Überdosis an Sparsamkeit. Man sollte vielleicht unter bestimmten Bedingungen die Haushaltspolitik flexibler gestalten, um das Wachstum nicht abzuwürgen. In Frankreich sind Sarkozy und Hollande dieser Meinung. Vielleicht sollte auch Frau Merkel dies einsehen.

aus Wien meint zum Breivik-Prozess: Der bisherige Prozessverlauf hat gezeigt, dass der Weg schmerzhaft, aber richtig war: Staatsanwältin Inga Bejer Engh hat den Angeklagten in die Enge getrieben, sein ideologisches Konstrukt, das er in seinem „Manifest“ zusammengezimmert hat, ist zusammengebrochen. Die Anklägerin und die Richterin Wenche Elizabeth Arntzen haben in der ersten Prozesswoche durch ihre gut vorbereitete, ruhige Art verhindert, dass der geständige Attentäter das Gericht zur Bühne seiner obskuren Weltanschauung machen konnte. (…) Der Massenmörder Breivik wird nach denselben Regeln wie jeder Kriminelle behandelt. Norwegen agiert damit anders als Deutschland, wo es Bemühungen gab, das Rederecht von Angeklagten bei den Prozessen gegen Mitglieder der Rote Armee Fraktion einzuschränken. (…) So hat Norwegen gezeigt, wie ein liberaler Rechtsstaat mit Terror und Massenmord umgeht.

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