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widmet sich der Krise in Europa:

Die Krise lässt nicht nur bürgerliche Regierungen scheitern. In Spanien führten die miserablen Wirtschaftsdaten zu einem Wechsel von links nach rechts. Diese Umbrüche sind nicht bedrohlich. Gefährlich wird es, wenn die Krise nicht zum Wechsel, sondern zum Zerfall der Parteien führt. In Griechenland dürften Sonntag bei den Wahlen zahllose extremistische Gruppen gut die Hälfte der Stimmen auf sich versammeln. In Italien sehen die Demoskopen bei den Kommunalwahlen die Anti-Partei des Komikers Beppe Grillo bei fast acht Prozent der Stimmen. Dass die klientelistisch geprägten Parteien in Italien und Griechenland zerfallen, ist kein Zufall. Gibt es weniger Geld zu verteilen, laufen die Gefolgsleute davon. Und suchen sich Patrons mit radikalen Ideen. Dann wird es gefährlich.

aus London schreibt zu den dortigen Wahlen: Die Regierung hat in den Augen der Bürger drei wesentliche Fehler: sie ist uneinheitlich, inkompetent und hat keine Ideen mehr. Die Wähler haben an die Vorzüge einer Koalitionsregierung geglaubt, doch diese Liebesaffäre ist vorbei. Uns ist wieder eingefallen, warum wir seit dem 2. Weltkrieg keine Koalitionsregierungen gehabt haben. Sie bringen Mogelpackungen und Unentschlossenheit. Sie schaffen Misstrauen und es fehlt die gemeinsame Zielvorstellung. Anders gesagt, sie funktionieren nicht. Der Erhalt dieser Koalitionsregierung für die nächsten drei Jahre wird wohl einen Sieg (des Labourführers) Miliband zur Folge haben.

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