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Der „Daily Telegraph“ aus London kommentiert das Thronjubiläum von Königin Elizabeth:

„Im Juni 2012 erfreut sich die Monarchie bester Gesundheit. Nur die Mäkeligsten und Verblendetsten können bestreiten, das Ihre Königliche Hoheit so beliebt ist wie nie, eine leise, kleine Stimme der Ruhe in einer zunehmend von Kakophonie geprägten Gesellschaft. Majestätisch, aber direkt, ein Symbol für den Wert stiller Pflichterfüllung in einer Welt, die von Rechten und Ansprüchen besessen ist. Der Ärger der Leute zielt vielmehr auf die Eliten (...), die Banker, die Politiker, die mediale Klasse, diejenigen, die von der „sozialen Mobilität“ schwafeln und das Gegenteil vorleben. Es ist nicht die Monarchie, die Probleme hat. Es ist die Oligarchie.

Der britische „Independent“ schreibt über die Queen: „Sie ist ein Symbol für ihr Land, weil sie für nichts sonst ein Symbol ist (...). Das mag wie ein vergiftetes Kompliment klingen, aber ihre bestimmte Zurückhaltung in der Öffentlichkeit ist ihre größte Stärke. Es ist sogar für einen überzeugten Republikaner schwierig, keine Bewunderung für sie zu empfinden und auf eine absurde Art und Weise sogar Stolz, Stolz darauf, dass sie ihren Job schon so lange so gut macht. Wie es mit genetischen Unfällen so ist, war Elizabeth II. für die Briten ein so großes Glück, wie die Lotterie der Geschichte es überhaupt nur zulassen kann. Wie wahrscheinlich ist es, dass uns das noch einmal passiert?“

Die Sonntagszeitung „The Observer“ befasst sich mit demselben Thema: „Es war lehrreich, die BBC unter denjenigen zu finden, die sozusagen als Kompliment den 50er- Jahre-Begriff von den „Neuen Elisabethanern“ exhumiert haben. Wird der Begriff verfangen? Selbst wenn es unwahrscheinlich ist, dass die Republikaner den Begriff aufgreifen werden, sie, die mit noch geringerer Gelassenheit ihrer Transformation von „Elisabethanern“ in „Charlesianer“ oder möglicherweise „Williamiten“ entgegensehen; die beherrschende Stimmung scheint total empfänglich dafür zu sein, von erbadeligen Hundeliebhabern beherrscht zu werden als von den schmierigen Politikertypen, die als Präsidenten zur Auswahl stünden. Gerade rechtzeitig zum Thronjubiläum sehen die Politiker so schlecht aus, dass allein die Tatsache, dass die Queen und ihre Familie bis hinunter zu der letzten Dauerrobenträgerin nicht von Ideen, Ehrgeiz oder demokratischen Wahlen verseucht sind, sie glanzvoll heraushebt.“

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