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kommentiert die Pläne der Kanzlerin für Europa:

Die Beweislast liegt nun bei Bundeskanzlerin Merkel. Gewiss müssen Länder mit hohen Schulden und steigenden Defiziten sparen. Doch die Ausrichtung auf Sparsamkeit ist auch ein sicherer Weg in die Rezession. Deutschlands Widerstand gegen gemeinsame Euro-Bonds ist verständlich, aber schädlich. Schließlich musste Deutschland bereits beim Beitritt zum Euro einen Verlust an nationaler Souveränität hinnehmen. Merkel muss kurzfristig denken. Den Euro zu retten liegt auch im Interesse der Deutschen, auch wenn das für sie teuer wird.

beklagt die mangelnde Reformfähigkeit Europas: Das eigentliche Problem von Griechenland und anderen EU-Ländern inklusive Frankreich ist nicht der Euro, sondern das Fehlen von Reformfähigkeit. Ein ökonomisch integriertes Europa, das Kraft aus dem Wettbewerb der Regionen und Systeme schöpft, muss (dennoch) keine Illusion bleiben. Mit ihrer Politik des Negierens und Sichdurchwurstelns aber bewegt sich die EU in die falsche Richtung.

meint zum Verhältnis von Merkel und Hollande: Niemals wäre der damalige französische Präsident und royale Sozialist François Mitterrand auf den Gedanken gekommen, die Spitze der SPD im Élysée- Palast zu empfangen und dort mit ihr zu besprechen, was er eigentlich mit dem damaligen Kanzler Helmut Kohl zu bereden gehabt hätte. Das Treffen der SPD-Troika mit dem französischen Präsidenten am Mittwoch ist daher ein klarer Beleg dafür, was jenseits der diplomatischen Floskeln im Verhältnis Hollande-Merkel wirklich los ist: der Teufel. Der Vorgang ist vor allem ein erschreckender Beleg dafür, in welchem Zustand sich der deutsch-französische Motor und damit ganz Europa befindet. Statt sich mit aller Kraft und gemeinsam der Gefahr eines Zerbrechens der Euro-Zone entgegenzustemmen, werden Ranküne geschmiedet.

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