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Die niederländische Zeitung „De Volkskrant“ schreibt zur Euro-Krise:



„Plötzlich machte man sich auf den Finanzmärkten klar, dass der Euro zwar eine Einheitswährung ist, aber eine, bei der man sich nicht sicher sein kann, dass gewisse Länder geliehenes Geld zurückzahlen. Bei allen Kämpfen der letzten zwei Jahre ging es darum zu vermeiden, dass die nördlichen Länder zum Draufzahlen gezwungen sind, weil sonst das ganze System einstürzt. Das Zögern kann man Mangel an Solidarität nennen. Doch ebenso real wie die Wut im Süden über die erwürgenden Sparmaßnahmen ist der Ärger im Norden über gebrochene Versprechen und das Verschütten von Geld in Fässer ohne Boden. Man tut so, als sei ein großer Sprung nach vorn gemacht worden, aber die europäische Einheit zerbröckelt vor unseren Augen.“

Die britische Zeitung „Observer“ widmet sich dem Pessimismus vor den Olympischen Spielen:

„Regen, das Fiasko einer privaten Sicherheitsfirma, eine kaputte Autobahn-Überführung, Verantwortliche, die Tickets auf dem Schwarzmarkt verkaufen, und das ist noch nicht alles. Aber die Spiele werden trotzdem ein Triumph werden. Die Ereignisse der letzten Wochen haben den enthusiastischen Erwartungen mehr als nur einen kleinen Dämpfer verpasst und gleichzeitig Fragen nach politischer Führungskraft aufgeworfen. Es mag so aussehen, als ob es wenige Gründe gibt, sich auf London 2012 zu freuen. Der ,Observer‘ ist da anderer Meinung. Wir stehen hoffentlich an der Schwelle zu 17 Feiertagen voller Optimismus für Großbritannien.“

Die „NZZ am Sonntag“ aus Zürich kommentiert das Verhältnis zwischen der EU und Rumänien:

„Die EU hat sich große Verdienste erworben beim Wiederaufbau der ehemals kommunistischen Länder in Osteuropa. Das Motto der damaligen deutschen EU-Ratspräsidentschaft lautete sonnig: ,Europa gelingt gemeinsam‘, und der Glaube an die erzieherischen Kräfte der EU war groß. Inzwischen muss Europa zuschauen, wie der rumänische Ministerpräsident Victor Ponta – ähnlich wie der Regierungschef in Ungarn – autoritäre Tendenzen pflegt und die parlamentarische Mehrheit als Freipass zum Abbau des Rechtsstaates begreift. Der Umbruch in Osteuropa ist in einigen Ländern nur oberflächlich verlaufen. Tiefer gesellschaftlicher Wandel braucht mehr Zeit.“

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