KIOSK : KIOSK

schreibt zu Peer Steinbrück:

Schneidiger Auftritt, schnoddriger Ton – aus Schweizer Sicht verkörpert der deutsche Politiker Peer Steinbrück fast idealtypisch das Bild des preußischen Junkers, der rechthaberisch kujoniert, wer nicht pariert. Steinbrück haftete in der deutschen SPD stets der Ruf an, ein eher rechtsstehender und wirtschaftsfreundlicher Sozialdemokrat zu sein. Er hat diese Woche kurz vor seiner Ernennung zum SPD-Kanzlerkandidaten bereits eigene Pläne zur Regulierung der Finanzbranche vorgestellt. Auch der stete Kampf gegen Steueroasen und alles, was die Deutschen am Finanzmarkt anstößig finden, wird seinen Wahlkampf bestimmen. Keine Frage, dass die Schweiz da ihr Fett abbekommen wird. Die Chancen, dass das schweizerische Steuerabkommen mit Deutschland glatt ratifiziert wird, sind seit Freitag nicht besser geworden.

aus London kommentiert den Parteitag der britischen Labour-Partei: Unter Ed Miliband ist Labour bereits nach links gerückt und hat dabei die Mitte aufgegeben, die Tony Blair so erfolgreich besetzt hatte. Unter dem Druck der Gewerkschaften ist eine weitere Verschiebung nach links durchaus möglich. Man muss nicht in Geschichtsbüchern nachlesen, um die Folgen einer solchen Entwicklung zu erkennen. Auf der anderen Seite des Ärmelkanals lässt der französische Präsident François Hollande die Reichen bluten und hat Unternehmenssteuern stark heraufgesetzt. Erhöhte Steuern auf Kapitalgewinne, Dividende und Unternehmensprofite werden einen Exodus kreativer Geschäftsleute und Arbeitgeber bewirken. Mit Labours instinktiver Unternehmerfeindlichkeit und entsetzlicher Bilanz der Haushaltsführung würde hier das Gleiche passieren.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben