KIOSK : KIOSK

Die Enthüllungen um die britische und amerikanische Abhörpraxis beschäftigen auch die Blätter im Ausland. Die französischen Zeitung „Libération“ schreibt:

„Die Affäre um die Enthüllungen von Edward Snowden hat etwas Chauvinistisches und etwas sehr wenig Schmeichelhaftes. Dass die Vereinigten Staaten die ganze Welt abhören konnten – okay, es sind halt die Vereinigten Staaten, sie sind in allem ziemlich gut. Aber dass die Engländer sogar die Teilnehmer des G-20-Gipfels ausspioniert haben! Und wir – sind wir zu sehr Nullen, um irgendjemanden abzuhören? Dann wiederum: Wenn wir totale Nullen sind, warum hört man uns noch ab? (...) Es scheint, als sei die neue Doktrin der Amerikaner: „Keine Freiheit für die Freunde der Freiheit.“ Zugegeben, es gab Fouls, aber da es keinen Schiedsrichter gibt, macht man einfach weiter. Vielleicht begleiten ein paar Pfiffe die Sieger, aber es reicht offenbar, einfach nicht hinzuhören.“

In der britischen Zeitung „The Guardian“ fordert der amerikanische Medienwissenschaftler Jeff Jarvis: „Nach Edward Snowdens Enthüllungen über die Überwachung des Datenverkehrs durch die amerikanische und die britische Regierung muss es die oberste Priorität der Internet-Industrie sein, die Sicherheit privater Kommunikation zu gewährleisten, und zwar egal über welche Plattform sie läuft, sei es E-Mail, Internettelefonie oder Direktnachricht. Die Industrie muss sich einigen und Verschlüsselung für private Kommunikation anbieten, um sie vor der Regierungsüberwachung zu schützen. Dieser Schutz sollte eigentlich vom Kongress kommen, aber das wird nicht passieren. Er hätte von den Gerichten kommen können, aber das ist nicht passiert.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar